Sitterswalder Walter Quack hilft Elterninitiative krebskranker Kinder

Serie Menschen im Regionalverband : Der Mann am Grill hilft kranken Kindern

Walter Quack und seine Freunde setzen sich von Sitterswald aus seit Jahrzehnten für junge Krebspatienten ein.

„Wir brauchen noch weiße Würste, auch die roten sind gleich alle“, sagte Walter Quack am Sonntag zu seinen deutlich jüngeren Helfern in der Rostwurstbude beim Sommerfest der Elterninitiative krebskranker Kinder. Gekonnt grillte der 70-Jährige, unterhielt sich mit den vielen Gästen und hatte immer die ein oder andere Geschichte auf Lager. Gut tausend Besucher kamen zum größten Fest nach Sitterswald. Es war das 16. Sommerfest der Elterninitiative, die damit bislang knapp 300 000 Euro für kranke Kinder sammelte.

Das ist ein Erfolg, den es ohne Quack so nicht gegeben hätte. Im Jahr 1989 kam sein Freund Kurt Ludt auf ihn zu und erzählte ihm, sein Sohn sei an Leukämie erkrankt.

Und da die Hilfe für junge Patienten viel Geld kostet, organisierten die beiden mit vielen Freiwilligen das erste Sommerfest. „Ich hatte noch den Gehlbacher Hof, ein Restaurant mit großem Vorplatz. Dort machten wir das Fest. Es kamen unglaublich viele Menschen, und wir machten einen Gewinn von 10 000 Mark“, erinnert sich Quack. In den folgenden Jahren wurde das Fest immer größer.

Quack und sein Team baten große Firmen um Hilfe, und alle machten mit. „Es war viel Arbeit, aber es lohnte sich. Es kamen viele Künstler zu uns, die kostenlos auftraten und sogar noch Geld spendeten. Alle Helfer sind Freiwillige aus Vereinen. Keiner verlangte jemals Geld für seine Arbeit“, sagt der gelernte Landwirt, der 35 Jahre den Gehlbacher Hof betrieb.

Walter Quacks Sohn erkrankte im Jahr 1991 ebenfalls an Krebs. Auch ihm konnte die Elterninitiative helfen. Wie so vielen anderen Kindern. Mit dem Geld  wurde in der Uniklinik Homburg ein ganzer Bereich für kranke Kinder gebaut – eine Küche, Spielzimmer, Schlafzimmer, in denen die Eltern mit ihren Kindern übernachten können, und eine Terrasse. Lehrer, Musik-Therapeuten und Ergo-Therapeuten wurden bezahlt. Auch spezielle Wünsche wie Ausflüge zu einem Formel-Eins-Rennen auf dem Nürburgring oder Laptops gingen für todkranke Kinder in Erfüllung.

„Wir waren mit einigen Fest-Helfern in der Klinik in Homburg und sahen die kranken Kinder. Uns allen war sofort klar, dass wir mit dem Fest so lange weitermachen wie möglich. Die Kinder brauchen unsere Hilfe“, sagt Quack. Mittlerweile hat der 70-Jährige die Organisation des Festes in jüngere Hände gegeben. Wenn es darum geht, beim Fest mit anzupacken, dann ist die alte Garde aber immer noch am Start.

„Mit 70 Jahren geht auch nicht mehr alles so einfach wie mit 40. Aber Rostwürste grillen und meinen Beitrag zu einem erfolgreichen Fest leisten, kann ich immer noch. Wenn meine Gesundheit mitspielt, werde ich das auch noch viele Jahre lang machen. Man sollte immer wissen, dass es viele Menschen gibt, denen es weitaus schlechter geht. Und diese Menschen brauchen einfach unsere Hilfe“, sagt der Sitterswalder. Er brachte am Sonntag noch viele Rostwürste an den Mann und an die Frau brachte.

Und dabei erzählte er oft die Entstehungsgeschichte eines ganz besonderen Festes an der Oberen Saar.

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