Schaf gerissen: Schon wieder ein Schaf gerissen

Schaf gerissen : Schon wieder ein Schaf gerissen

In Auersmacher haben frei laufende Hunde ein Schaf angefallen und getötet. Nicht zum ersten Mal.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist in Auersmacher erneut ein Schaf von einem Hund gerissen worden.  „Als ich am Sonntagmorgen auf das Feld kam, um nach den Schafen zu sehen, war ein Schaf tot. Es hatte an allen vier Beinen und am Kopf Biss-Spuren und überall war Blut“, berichtet Stefan Pfeiffer von der Schafhalter-Vereinigung aus Auersmacher. Bereits vor zwei Monaten wurden zwei von Pfeiffers Schafen auf einem anderen Stück des Feldes angefallen. Eins überlebte, das andere musste eingeschläfert werden.

„Es ist einfach ein Unding, was bei uns passiert. Seit Mitte Oktober dürfen die Hunde ja auch wieder überall ohne Leine herumlaufen“, sagt Pfeiffer und schüttelt den Kopf. Landwirtschaftliche Flächen dürfen laut  Gesetz bis Oktober nicht betreten werden – das gilt für Menschen und Hunde. Bis zum 15. Oktober dürfen Hunde in der Gemeinde Kleinblittersdorf nur auf Feldwegen in Rufnähe zu ihrem Herrchen oder Frauchen unangeleint laufen. Einen Anleinpflicht gibt es in der Gemeinde Kleinblittersdorf nicht.

Manfred Hoffmann, der Naturschutzbeauftragte von Auersmacher und ebenfalls Mitglied der Schafhalter-Vereinigung,  ist stinksauer. „Es kann nicht sein, dass Hundehalter machen, was sie wollen. Die wirklichen Auslöser von solchen Zwischenfällen wie bei den Schafen bei uns sind die Hundebesitzer“, sagt Hoffmann, der für die Grünen im Kleinblittersdorfer Gemeinderat sitzt. „Es reicht jetzt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir in der Gemeinde Kleinblittersdorf eine Anleinpflicht einführen. Anders ist das Ganze nicht mehr in den Griff zu kriegen. Jetzt ist die Politik gefordert. Mit CDU und Grünen hätten wir eine Mehrheit dazu“, erklärt  Hoffmann.

Pfeiffer weiß auch nicht mehr, was er gegen frei laufende Hunde in Auersmacher  machen soll. Er hat einen Elektrozaun um das Gelände, auf dem seine Schafeherde steht, gebaut. Und er ist täglich zur Kontrolle vor Ort. „Fast wöchentlich gibt es Vorfälle, wo Hunde versuchen, in das Gehege zu kommen. Ich habe aktuell ein Schaf zur Pflege zu Hause, da es sich bei einem Angriff im Zaun verfangen hatte“, berichtet Pfeiffer, der wie Hoffmann die Hundehalter in der Verantwortung sieht. „Vier Metallstangen waren an meinem Elektrozaun umgeknickt worden. Das macht kein Hund, das war der Besitzer, weil der Hund einen Elektroschock am Zaun abbekam“, erklärt  Pfeiffer aufgeregt. Er hatte am Sonntagmorgen sofort die Polizei gerufen und Anzeige erstattet. Doch wie er sagt, habe ihm die Polizei mitgeteilt, dass die Anzeige wohl zu nichts führen wird.  Pfeiffer selbst hat immer viel Arbeit nach solchen Angriffen. Das bedeutet für ihn  unnötigen psychischen Stress und nicht zuletzt auch einen finanziellen Verlust.

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