Nach dem Unwetter : Bliesransbacher Sportplatz ist bald fertig

Rund ein Jahr, nachdem der Kunstrasen vom Unwetter zerstört worden ist, kann der SC Blies bald wieder zuhause kicken.

Selten haben Arbeiten eines einzelnen Vereins so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie in den vergangenen Wochen und Monaten beim SC Bliesransbach. Der Club hat sich mit viel Eigeninitiative einen neuen Naturrasenplatz gebaut. „Es war unglaublich. Ständig sind Spaziergänger vorbeigekommen. Oder Autos sind vorbeigefahren, und die Menschen haben geguckt, wie weit wir schon sind. Der Sportplatz in Bliesransbach ist nicht nur ein Fußballplatz. Er ist ein sozialer Treffpunkt an jedem Sonntag“, sagt Michael Becker, der erste Vorsitzende des SC Blies.

Vor 13 Monaten stand der Verein noch kurz vor dem Untergang. Die Unwetter-Katastrophe in der Nacht zum 1. Juni 2018 hatte die Sportanlage zerstört. Der Kunstrasen konnte nur noch entsorgt werden. „Wir hatten nicht das Geld, um einen neuen Platz zu bauen, und wussten nicht, wie es weitergehen soll. Der Verein stand zeitweise vor dem Aus“, sagt Becker. Was folgte, war eine Welle der Hilfsbereitschaft aus dem ganzen Saarland. Das Land bezuschusste einen Neubau mit 190 000 Euro.

Hinzu kam Geld von der Gemeinde Kleinblittersdorf und der Sportplanungskommission. Auch viele Vereine spendeten Geld. Der TV Altenkessel organisierte einen Spendenlauf, der SV Auersmacher steuerte die kompletten Einnahmen seines Saisoneröffnungsfestes bei, und bei einem Benefizkonzert auf dem Bliesransbacher Marktplatz kamen mehrere Tausend Euro für den SC Blies zusammen. Am Ende reichte die Summe, um für 360 000 Euro einen Naturrasenplatz bauen zu können. Ein neuer Kunstrasenplatz hätte 580 000 Euro gekostet.

„Die Kosten waren ein Grund, warum wir uns für den Naturrasen entschieden haben. Hinzu kommt noch, dass ein Naturrasen ein weiteres Unwetter viel besser überstehen kann. Zudem sind die Kunstrasen langfristig schlecht für die Umwelt, da Mikroplastikteile ins Grundwasser gelangen. Das hat eine neue Studie des Deutschen Fußballbundes ergeben“, sagt Michael Becker. Acht Zentimeter ist der neue Rasen schon gewachsen. Beim Blick von oben kann man schon eine Grünfläche erkennen. Dreimal pro Tag muss der junge Rasen eineinhalb Stunden bewässert werden. „Wir verbrauchen bei diesen Temperaturen zurzeit 90 000 Liter Wasser am Tag. In der kommenden Woche bekommen wir einen Brunnen, der direkt neben dem Sportplatz gebohrt wird. Anders könnten wir den Platz nicht unterhalten“, sagt der SC Blies-Vorsitzende weiter.

Der Morgen nach dem Unwetter. Der Kunstrasen war nicht mehr zu retten, der Verein musste ihn entsorgen. Foto: Heiko Lehmann

Seit dem Unwetter im vergangenen Jahr trainiert und spielt der SC Blies auf dem Kunstrasen in Bübingen. Wenn alles optimal läuft, können die Bliesransbacher ab Ende September in ihrem Ort auf dem neuen Rasen spielen. „Wir wollen in der kommenden Saison nur mit Auswärtsspielen starten, bis der Platz fertig ist. So würden uns keine Heimspiele in Bliesransbach wegfallen. Wir haben immer viele Zuschauer. Auf diese Einnahmen und den Umsatz im Clubheim würden wir nur ungern verzichten“, sagt Michael Becker, dem wie vielen der fleißigen Mitglieder des SC Blies die Vorfreude anzuhören ist. Im kommenden Jahr wird der Verein 100 Jahre alt.

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