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Sascha Schumacher wechselt vom SV Auersmacher zum VfB Dillingen

Fußball-Saarlandliga : Schumacher zieht’s zurück zu den Wurzeln

Der Spieler und Co-Trainer des SV Auersmacher verlässt den Fußball-Saarlandligisten und wechselt zum Ligakonkurrenten VfB Dillingen. Von dort aus führte sein Weg in der B-Jugend zum 1. FC Köln.

Die Nachricht, dass Francesco Schifino beim Fußball-Saarlandligisten VfB Dillingen zum Saisonende aus dem Trainer-Duo mit Marius Neumeier ausscheidet, kam überraschend. Schließlich hatte der 41-Jährige seinen Vertrag verlängert. Aus privaten und beruflichen Gründen zieht sich das VfB-Urgestein nun aber doch von diesem Amt zurück. Recht schnell konnten die Dillinger einen Nachfolger präsentieren: Sascha Schumacher, Co-Spielertrainer beim Ligakonkurrenten SV Auersmacher, wird in selber Funktion zum VfB wechseln und mit Neumeier die sportlichen Geschicke des Tabellenachten leiten.

We Schifino verfügt Schumacher über „Stallgeruch“. Der 32-Jährige berichtet: „Ich bin in Dillingen aufgewachsen und habe in der Jugend beim VfB gespielt.“ Der Linksverteidiger war ein großes Talent. Er wechselte in der B-Jugend wie der spätere polnische Nationalspieler Adam Matuschyk – er spielt mittlerweile bei Drittligist KFC Uerdingen – 2003 von den Hüttenstädtern zum 1. FC Köln. Der große Durchbruch blieb Schumacher aber verwehrt.

„Irgendwann stand ich vor der Entscheidung, ob ich ganz auf die Karte Fußball setzen möchte oder nicht“, erzählt der Abwehrspieler. Schumacher entschied sich gegen das Profi-Geschäft – weil er sein fußballerisches Können realistisch einschätzte. „Die Chance, es richtig zu schaffen, war gering“, sagt der 32-Jährige. Hätte er sich für Fußball als Beruf entschieden, wäre er seiner Meinung nach im Bereich der dritten oder vierten Liga gelandet. Für Schumacher keine attraktive Aussicht: „Der Möglichkeit, Halb-Profi in der Regionalliga zu sein, weine ich wirklich nicht hinterher.“ Er ergänzt: „Ich glaube, dass es die richtige Entscheidung war. Ich musste mich im Alter von 20 bis 24 gleich fünf schwereren Operationen unterziehen, da wäre es im Profi-Geschäft richtig schwer geworden.“

Obwohl der Traum vom Profi-Fußballer für ihn platzte, sagt der 32-Jährige: „Es war eine interessante Erfahrung. Ich würde jedem, der die Chance dazu hat, raten, diese wahrzunehmen. Vor allem für meine Persönlichkeit hat mir das viel gebracht. Ich bin beispielsweise mit 15 zu Hause ausgezogen und musste dann sehr früh lernen, meine eigenen Entscheidungen zu treffen.“

Nach seiner Zeit in Köln wechselte Schumacher zum FC Kutzhof, dann zu Borussia Neunkirchen und von dort zum FC Wiesbach, für den er von 2008 bis 2013 spielte. Parallel dazu baute sich Schumacher ein berufliches Standbein auf – mittlerweile arbeitet er als Baufinanzierungsberater bei einem Kreditinstitut. Nach Stationen beim SC Halberg Brebach und der SVGG Hangard wechselte der Defensivspieler 2015 zum SV Auersmacher, wo er mittlerweile Co-Spielertrainer ist.

Mit dem SV Auersmacher befindet sich der 32-Jährige als Tabellenvierter in der – wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen – Saison im Aufstiegsrennen zur Oberliga. Auersmacher hat fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FV Eppelborn. Trotzdem wird Schumacher den Verein verlassen. Das hat vor allem familiäre Gründe. „Ich habe mit meiner Frau Lisa in Hülzweiler gebaut und wir erwarten in den nächsten Wochen zum ersten Mal Nachwuchs“, berichtet der Inhaber der Trainer B-Lizenz, der vorher in Saarbrücken wohnte.

Unter diesen Umständen wird Schumacher der Aufwand in Auersmacher zu groß. „Wenn ich geblieben wäre, wäre ich mit der Fahrt zu meinem Arbeitsplatz an jedem Trainingstag 100 bis 120 Kilometer unterwegs gewesen“, rechnet er vor. Das war ihm einfach zuviel. „Wenn ich nicht umgezogen wäre und wir keinen Nachwuchs bekommen würden, dann wäre ich in Auersmacher geblieben, dort ist alles top“, stellt Schumacher klar.

Das Angebot, das vom VfB Dillingen kam, war für den künftigen Familienvater in Anbetracht seiner persönlichen Situation mehr als verlockend: „Es ist für mich zudem eine Herzensangelegenheit, zu den Wurzeln zurückzukehren“, sagt Schumacher. Auch die Rahmenbedingungen stimmen für ihn. „Mir ist es wichtig, dass ich weiter Co-Spielertrainer sein kann. Zudem kenne ich Marius Neumeier, mit dem ich bald beim VfB zusammenarbeite, noch aus meiner Zeit in Wiesbach. Es hat also alles gepasst. Der Verein und ich sind uns deshalb schnell einig geworden.“