Rosières im Tal der Ardèche ist ein beliebter Treffpunkt für Saarländer

Saarländer unterwegs : Das kleine Saarland in Frankreichs Süden

Ob für den Vereinsausflug oder den Familienurlaub: Die Ardèche und ihre malerische Umgebung haben an der Saar treue Freunde.

Irgendwo auf diesem Planeten laufen einem immer Saarländer über den Weg. Sei es im Urlaub, auf Geschäftsreisen oder bei spontanen Ausflügen ins Ausland.

Im südfranzösischen Dörfchen Rosières, gelegen im fast 800 Kilometer entfernten Tal der Ardèche, sind Gäste aus dem Saarland fast das ganze Jahr über zu finden. Erst recht im Frühsommer, als sich dort an einem lauen Abend rund 60 Saarländer zum Gruppenfoto versammelten.

Aus Saarlouis, Auersmacher, St. Ingbert, Riegelsberg, Saarbrücken, Homburg und Saarwellingen – von überall aus dem Saarland waren Menschen zum Campen in den gemütlichen Ort geströmt. „Wir fahren durch Südfrankreich und wollen hier eine Nacht Station machen. Aber ich glaube, wir bleiben noch einen Tag länger. Das ist ja eine Atmosphäre wie daheim“, sagte Walter Tritt aus Riegelsberg, der mit seiner Frau eher zufällig auf dem Campingplatz Arleblanc am Rande von Rosières gelandet war.

„Wir kommen schon seit 15 Jahren hierher und machen immer ein Männerwochenende. Es ist einfach traumhaft hier, ein ganz besonderes Flair“, erzählte Friedhelm Klingels aus Saarwellingen. Er war mit vier Freunden unterwegs.

Hanno und Lisa Meisberger aus Saarbrücken waren mit ihrer kleinen Tochter zum ersten Mal in Rosiéres und überrascht. „Die St. Ingberter und die Merziger haben wir schon kennengelernt. Meine Eltern waren mit mir als Kind schon vor 25 Jahren hier, und es ist immer noch so wie damals“, sagte Lisa Meisberger. Aus Merzig waren zwei Schulklassen mit 40 Leuten auf Abschlussfahrt da. „Wir fahren Kanu, klettern und wandern. Abends wird zusammen gekocht“, sagte Alexander Schmidt.

Der 17-Jährige hätte 800 Kilometer entfernt von zu Hause mit allem gerechnet, nur nicht mit so vielen Saarländern. Seit 50 Jahren gibt es den Campingplatz Arleblanc bereits. In den 1980er-Jahren reiste der Saarbrücker Kanufahrer Tom Zimmer zum ersten Mal nach Rosières und berichtete daheim von seinen wunderbaren Erlebnissen.

Das sprach sich im Saarland sehr schnell herum, wo ja im Prinzip jeder jeden kennt. Auch bis Auersmacher an der Oberen Saar. „Ich habe Tom Zimmer in den 1990er-Jahren hier kennengelernt. Seitdem kommen wir jedes Jahr mindestens einmal hier her“, sagte Jürgen Philipp aus Auersmacher.

Er und seine Freunde gehören fast schon zum Inventar des Campingplatzes und halfen Jean-Louis Teyssier und seiner Familie schon bei der Schwimmbad-Renovierung oder im Herbst bei der Weinlese. „Es ist einfach ein anderes Leben hier, das muss man mal erlebt haben“, sagte Jürgen Philipp.

Jean-Louis ist der Patron des drei Hektar großen Areals. Er zieht täglich mit dem Golfcaddy seine Runden und schaut, ob es auch jedem gutgeht. Im Gepäck hat er meistens eine Flasche vom selbst gemachten Wein, mit dem er vor allem mit den Saarländern gern anstößt.

„Ich kenne das Saarland und sehr viele Menschen von dort. Die Menschen in Südfrankreich und im Saarland haben die gleiche Mentalität. Wir verstehen uns einfach gut“, sagte der 76-Jährige. Er kennt auch die Eltern von Nina Marschall aus St. Ingbert. Sie waren mit der kleinen Nina in den 1990er-Jahren zum ersten Mal auf Arleblanc. „Ich bin nach dem Abitur mit meiner Freundin sogar einmal eine Woche lang mit dem Fahrrad von St. Ingbert nach Rosières gefahren. Ein wunderbarer Ort. Heute komme ich mit meinem Mann und meinem Kind hierher“, erzählte Nina Marschall.

Das ganze Jahr über verbringen viele Saarländer ihren Urlaub auf dem südfranzösischen Campingplatz Arleblanc bei Rosières im Tal der Ardèche. In diesem Frühsommer waren 60 gleichzeitig dort. Foto: Heiko Lehmann

Und nach dem Gruppenfoto wurde auf dem Campingplatz natürlich noch eine ganze Weile gemeinsam gefeiert – ganz so, wie man es im Saarland kennt und wie auch die Südfranzosen die vielen Gäste aus dem ganzen Saarland kennengelernt haben.

Mehr von Saarbrücker Zeitung