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Nils Cuccu vom SV Auersmacher erlebt die Corona-Krise in Frankreich

Fußball-Saarlandliga : Die Hoffnung auf das irre Saisonfinale lebt

Nils Cuccu von Fußball-Saarlandligist SV Auersmacher lebt in Frankreich. Wenn er sein Haus verlässt, um sich für die eventuelle Fortsetzung der Saison fit zu halten, muss er einen Zettel mitnehmen. Ohne diesen droht ihm eine Strafe.

Nils Cuccu zieht sich in seinem Haus im französischen Neufgrange die Laufschuhe an. Er schnappt sich die Stoppuhr, einen Zettel und verlässt in hohem Tempo seine vier Wände. Er hat nur eine Stunde Zeit zum Trainieren. „In Frankreich wurden am Montag die Corona-Regeln noch einmal verschärft. Ich darf nur noch eine Stunde lang raus und mich auch nicht mehr als einen Kilometer von meinem Haus wegbewegen“, erklärt Cuccu – und ergänzt: „Ich mache einen kleinen Ausdauerlauf und starte dann das Intervalltraining.“ Er spielt beim Saarlandligisten SV Auersmacher Fußball und ist mit 20 Toren in 20 Einsätzen in dieser Saison der führende der Torschützenliste in der höchsten saarländischen Liga.

Das Corona-Virus hat den Fußball lahmgelegt. Wegen der Ausgangssperre in Frankreich darf Cuccu nicht nach Deutschland. Mannschaftstraining gibt es ohnehin nicht mehr. In Deutschland und in Frankreich trainieren alle Spieler individuell, wobei die Lage in Frankreich schwieriger ist. „Ich gehe alle zwei Tage laufen. Ich muss immer einen Zettel bei mir haben, auf dem steht, wann ich das Haus verlassen habe und warum. Wenn ich von der Polizei kontrolliert werde und habe den Zettel nicht dabei, kostet es sofort 135 Euro“, sagt der 31-Jährige.

Ihm und seiner Familie geht es gut. Keiner ist krank und sie können aktuell viel Zeit miteinander verbringen. Cuccu arbeitet als Lagerist in Frankreich und hat wegen der Virus-Situation Kurzarbeit. „Ich sehe es positiv. Ich habe Zeit für meinen Sohn und kann jetzt Dinge machen, die ansonsten zu Hause immer liegen bleiben. Wir müssen alle das Beste aus der Situation machen und hoffen, dass bald wieder ein normales Leben stattfinden kann“, sagt der Franzose mit deutschen Wurzeln. Seine Mutter stammt aus Auersmacher. Beim SV Auersmacher hat er auch seine Jugendzeit verbracht. Anschließend zog es ihn zum FC Kleinblittersdorf, zum SV Bübingen und zurück zum SVA, wo er schon für die kommende Saison unterschrieben hat.

Cuccu schießt seit Jahren in der Saarlandliga Tore wie am Fließband. Für den SV Bübingen waren es mal 27 in einer Saison. Diese Marke hätte er in diesem Jahr brechen können. Seine Brüder Manuel und David waren ebenfalls gute Fußballer. Manuel spielte in der ersten Liga in Luxemburg. David war einer der besten saarländischen Amateurfußballer. Er gewann mehrfach die Meisterschaft in der höchsten Liga, zweimal den Saarlandpokal und zweimal das Hallenmasters. Das haben nur wenige geschafft.

Nils wäre aber der erste Torschützenkönig der Familie Cuccu in der höchsten saarländischen Liga. „Ja, das wäre was. Und das ist auch mein Ziel. Ich habe zwar die Hoffnung, dass die Saison weiter geht, aber ich glaube nicht wirklich daran. Es wird noch lange dauern, bis wir das Virus im Griff haben“, sagt der 31-Jährige. Mit seinem Trainer Jan Berger und den Mannschaftskameraden hat er in den sozialen Medien im Internet oder über das Telefon Kontakt. Alle würden sich freuen, wenn die Saison fortgesetzt werden würde. „Die Liga war selten so spannend. Eppelborn, Jägersburg, Brebach und wir spielen um den Titel. Und alle vier spielen an den letzten Spieltagen der Saison gegeneinander. Das wäre ein irres Finale“, sagt der Toptorjäger – bevor es mit seinem Individualtraining in Frankreich weiter geht.