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Fastnacht
Narren-Polonäse huldigt den Rebläusen

Diese Polonäse schlängelte sich kurz nach Mitternacht durch die Spiel- und Sporthalle Kleinblittersdorf, die Narrhalla der Rebläuse.
Diese Polonäse schlängelte sich kurz nach Mitternacht durch die Spiel- und Sporthalle Kleinblittersdorf, die Narrhalla der Rebläuse. FOTO: Heiko Lehmann
Kleinblittersdorf. Witze, Tänze und Kostüme: Kleinblittersdorfs Karnevalisten beenden den Sitzungskarneval mit allem, was Fastnacht schön macht. Von Heiko Lehmann

Nur noch wenige Menschen hielt es am Sonntag gegen 0.30 Uhr auf ihren Stühlen. Sie schunkelten und klatschten im Rhythmus. Der Rest tanzte und startete eine 50 Meter lange Polonäse durch die Kleinblittersdorfer Spiel- und Sporthalle. Auf der Bühne sangen die Kellergeister aus Sitterswald einen Party-Hit nach dem anderen.


Die Narren verwandelten die Halle in ein Tollhaus. Die Polonäse führte sogar zwischen den Kellergeistern und dem Elferrat hindurch. „Wollt ihr noch ein Lied?“, rief Elferrats­präsident Florian Quack ins Mikro, und die Narren antworteten mit Zugabe-Rufen. Weiter ging die große Sause.

Die Kleinblittersdorfer Rebläuse haben es zum Abschluss des Sitzungskarnevals am Samstag noch einmal so richtig krachen lassen. Mit 400 Gästen war es es die größte Kappensitzung an der Oberen Saar in dieser Session. Bereits der Start der Sitzung war der Hammer. Die achtjährige Kinderprinzessin Noemie Rauch trug eine gereimte Begrüßungsrede vor, warnte dabei vor den Politikern und beschwerte sich darüber, dass es in Kleinblittersdorf kaum noch Jungs gibt. Die Narren stiegen mit großem Applaus und einer Rakete sofort mit ein.



Für einen Höhepunkt sorgte die Guggemusik „Hättä Lila“ aus dem baden-württembergischen Villingen. Als Wikinger verkleidet, rockten die Schwaben die Halle. Der Auftakt der letzten Kappensitzung war mehr als gelungen. Und das, obwohl zwölf Stunden vorher unklar war, wie das Sitzungsprogramm aussieht.

„Uns sind fünf wichtige Akteure wegen Krankheit kurzfristig ausgefallen. Darunter auch unser Funkenmariechen. Auch unser Tontechniker musste uns absagen. Das Vorfeld der Sitzung war eine Katastrophe“, sagte Rebläuse-Präsident Stefan Jung, der die Narren in der Halle über die prekäre Situation informierte.

Spontan gab es eine Rakete für Michael Macke, der sich am Nachmittag dazu bereit erklärt hatte, die Tontechnik zu übernehmen und seine Sache den ganzen Abend über sehr gut machte. Auf der Bühne konnten die Rebläuse auf die spontane Hilfe der befreundeten Karnevalsgesellschaft „Mir bleiwe so“ Riegelsberg zählen. Sie hatte ihre Prinzengarde, das Funkenmariechen Michelle Weiland und die Büttenrednerpaare Ingo Horn mit Bernd Wegner sowie Hannelore Huwig mit Dieter Hornberger nach Kleinblittersdorf geschickt.

Den Start in der Bütt machten die Kleinblittersdorfer Stefan Jung und Davina Ballas-Sielemann als „Windfried und Karl-Heinz“, die lustige Geschichten aus dem Ort erzählten. „Einfach klasse“ fand Ortsvorsteher Hans-Josef Bur die beiden.

Ebenfalls stark in der Bütt war Joachim Moser als De Läädisch. Neu auf der Reblaus-Bühne war das Funkenduo Caroline Deckarm und Juliane Rausch, die wie die Minigarde großen Applaus erhielten. Mit den Schautänzen begann das große Finale. Die Formation „Wilde 13“ kam als Mexikaner verkleidet, die Prinzengarde präsentierte sich als Amazonen, und die Prosecco-Garde trat mal als Gärtner auf, mal als Primaballerinen mit Regenschirmen.

Beim Männerballett, das als Boxer auf die Bühne stürmte, bekamen die Narren sogar Saltos zu sehen. Mit einem grandiosen Finale schlossen die Rebläuse die Sitzungsfastnacht an der Oberen Saar, eine Session, in der die Hallen in den fünf Orten proppenvoll waren – und in der die Stimmung überall den Siedepunkt erreichte.

Das Männerballett präsentierte sich als kampferprobte Boxer. Eine gute Idee, wie der Applaus zeigte.
Das Männerballett präsentierte sich als kampferprobte Boxer. Eine gute Idee, wie der Applaus zeigte. FOTO: Heiko Lehmann