Künstler zwischen Antike und Christentum

Künstler zwischen Antike und Christentum

Nachdem Ernst Alt an Ostern 2013 gestorben war, suchte seine Schwester Regina Mortazawi-Izadi nach einer Möglichkeit, sein Werk angemessen zu präsentieren. Dazu rekonstruierte sie auch sein Atelier.

Am ehemaligen Pfarrhaus in Rilchingen-Hanweiler informiert eine schwarze Tafel über die neue Aufgabe des Hauses direkt neben der Kirche St. Walfried. In dem Haus mit seinen großen Fenstern und hellen Räumen ist eine Gedenkstätte für den bekannten Saarbrücker Künstler Ernst Alt entstanden.

Noch vor seinem Tod hatte Alt einen Teil seiner Werke dem Trierer Diözesan-Museum als Dauer-Leihgabe vermacht. Auf die Initiative von Regina Mortazawi-Izadi, der Schwester des Künstlers, ist jetzt das neue Alt-Museum in Rilchingen-Hanweiler entstanden. Nachdem Ernst Alt an Ostern 2013 gestorben war, machte sich seine Schwester daran, das "Gesamtkunstwerk" seiner Wohnung in der Saarbrücker Petersbergstraße irgendwie zu erhalten. Dort war zu Lebzeiten des Künstlers nicht nur sein Atelier, sondern auch ein Treffpunkt für den großen Freundeskreis. Der Zustand des Hauses machte jedoch den Umzug in eine Alternative nötig. So machte sich die Schwester zusammen mit den Freunden auf die Suche. Per Zufall fand man eine Verkaufsannonce für das Pfarrhaus in Rilchingen-Hanweiler . Das Haus gefiel spontan. Dazu beigetragen hatte auch die Figur des "Guten Hirten" über der Pfarrhaustür. "Das war immer eines seiner Lieblingsmotive", erinnert sich die Schwester heute. Dazu kam die Vorliebe von Ernst Alt für Lothringen. Oft sei man gemeinsam von Hanweiler aus nach Zettingen gelaufen.

Nach dem Kauf des Hauses und der notwendigen Renovierung ging es an die Einrichtung. Im gemeinsamen Elternhaus in Saarbrücken fanden sich zahlreiche Arbeiten, die selbst die Schwester und ihre Tochter Aziba Mortazawi-Izadi, das Patenkind Ernst Alts, noch nicht kannten. Sie habe auch Bilder zurückgekauft, die einmal im Haus des Bruders hingen, erklärt die Schwester und Museumsgründerin. Das neue Haus solle schließlich einen Eindruck vermitteln von dem "Gesamtkunstwerk", in dem Ernst Alt viele Jahre lebte.

Und es soll wieder ein Treffpunkt werden, so wie es früher war, betont Regina Mortazawi-Izadi. Da ist der Arbeitsplatz des Künstlers mit den Stiften und Farben, gerade so, als wäre er nur mal kurz weggegangen. An einer Wand die Totenmaske, in den Räumen mit vielen Bildern und Reliefs des Künstlers auch dessen Möbel und viele Dinge, die er gesammelt hat und die ihm wichtig waren. Zu sehen ist auch das von ihm gefertigte Modell seiner letzten Arbeit, des Osterleuchters für den Dom zu Trier. "Da ist noch nicht alles fertig", sagt seine Schwester.

Aber in erster Linie sollen das Haus und seine Einrichtung möglichst vielen Besuchern die Geschichten des Künstlers weitererzählen. "Mein Bruder ist ein Geschichtsmensch gewesen, ein Wanderer zwischen Antike und Christentum , der noch alle Geschichten kannte", sagt die Schwester. Das Haus, das zum 80. Geburtstag Ernst Alts am 24. Januar 2015 eröffnet wurde, soll deshalb nicht nur ein Museum sein, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt im Geiste des Künstlers.

"Ernst Alt Kunstforum" im Alten Pfarrhaus Hanweiler, Bahnhofstraße 3, 66271 Rilchingen-Hanweiler , Öffnungszeiten: jeweils am ersten Samstag und Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei. Kontakt: Regina Mortazawi-Izadi; Mail: info@ernst-alt-kunstforum.de