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Kritik an Plänen zum Endstufenausbau von Straßen in Kleinblittersdorf

Kleinblittersdorf : Ausbauplan schürt Angst vor Kosten

Gemeinde will vor Jahrzehnten angelegte Straßen vollenden. Das kann teuer werden.

Der Zoff um den Straßen-Endstufenausbau geht in der Gemeinde Kleinblittersdorf weiter. Am Dienstag machten 30 Anlieger vom Bliesransbacher Hasselberg im Ortsrat ihrem Ärger Luft. „Eine Großmutter mit kleiner Rente kann das nicht bezahlen“, sagte eine Frau. Andere wollten wissen, warum sich nach so vielen Jahren überhaupt noch etwas ändern müsse. Der Vorstufenausbau war 1966. Der Endstufenausbau soll 2021 beginnen. Normalerweise folgt ein Endstufenausbau mit Bürgersteigen und einer Straßendecke etwa fünf Jahre auf den Vorstufenausbau. Die Gemeinde Kleinblittersdorf beteiligt sich mit 10 Prozent an den Kosten, den Rest bezahlen die Anwohner.

Doch über Jahrzehnte schoben die Verwaltung und der jeweilige Gemeinderat die Endstufenausbauten auf die lange Bank. Der damalige Bürgermeister Stephan Strichertz ging die Sache vor etwa 15 Jahren an. Nachfolger Rainer Lang will sie zu Ende bringen. Etwa 20 Endstufenausbauten gab es in den vergangenen 15 Jahren – und große Diskussionen mit den Anliegern. Kein Wunder bei den Kosten, die sich nach Grundstücksgröße und der Geschosszahl richten.

Für ein Grundstück mit Einfamilienhaus und kleinem Garten sind 6000 Euro zu zahlen. In Bliesransbach sind aber mehr als 20 000 Euro möglich. In der Sitzung ging es unter anderem darum, ob der Asphalt so dick sein müsse oder ob eine 40 Zentimeter dicke Schotterschicht auf den Bürgersteigen notwendig sei. „Wenn die Gemeinde alles bezahlen müsste, gäbe es mit Sicherheit eine abgespeckte Version. So wird es ein Luxusausbau, den wir bezahlen“, sagte ein Anwohner. Die Gemeinde sprach hingegen von Standardausführungen.

Nicht alle sind gegen das Vorhaben. „Ich bin froh, dass endlich etwas passiert. Es ist ein Schandfleck, so wie es bei uns aussieht. Jede Lösung ist besser als das, was wir haben“, sagte ein Anwohner. Die Betroffenen wollen noch eine Kostenschätzung für eine Variante ohne Bürgersteige. „Die Leute laufen seit 50 Jahren auf der Straße, und das kann so weitergehen“, hieß es.

Der Ortsrat hat die Sache auf den späten Dezember oder Januar vertagt. Das kann Folgen haben. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilte, suchen die Baufirmen im Winter Aufträge, und die Angebote fallen viel günstiger aus. Außerdem solle sich die Baustelle 2021 nicht über den Winter hinziehen, wenn womöglich wochenlang nicht gearbeitet werden kann. In Rilchingen-Hanweiler endete vor zwei Monaten ein ähnlicher Ausbau, und dort liegt das Angebot 20 Prozent unter der Schätzung der Gemeinde. Sie rechnet für Bliesransbach mit Kosten von 1,1 Millionen Euro. Mehr als 900 000 Euro müssten die Anlieger bezahlen. Nach weiteren vier Endstufenausbauten in Kleinblittersdorf, Auersmacher und Bliesransbach könnte das Thema vom Tisch sein.