Kleiner Putzlappen, große Wirkung

Unachtsam entsorgte Gegenstände können manchmal fatale Wirkung haben: Weil Anwohner einen Putzlappen im Abfluss entsorgt haben, gelangte Schmutzwasser ungereinigt in die Umwelt.

Ein Putzlappen sorgte in den vergangenen Wochen für mächtig Aufregung in der Gemeinde Kleinblittersdorf . Am Auslauf eines unterirdischen Kanalsystems bei der Bliesgersweiler Mühle zwischen Bliesransbach und Auersmacher entdeckte der Auersmacher Naturschutzbeauftragte Manfred Hoffmann im August eine dunkle, schaumige Brühe, die dort normalerweise nicht hingehört, dass es der Auslauf des Niederschlagswassers ist. Chemikalien ? Eine Umweltkatastrophe? Keines von beidem. "Am 24. August wurde der Störfall dem Zweckverband Entsorgung Kleinblittersdorf (ZEK) gemeldet. Am gleichen Tag haben sich die Mitarbeiter die Situation vor Ort noch angeguckt", sagt Bügermeister Stephan Strichertz. Filmaufnahmen im Kanal lieferten das Ergebnis. "Ein Putzlappen hat die Zuleitung des Schmutzwassers zum neuen Pumpwerk verstopft. Dadurch ist der Entwässerungsgraben übergelaufen und das Schmutzwasser ist zusammen mit dem Niederschlagswasser in den Auslauf gelaufen", erklärt der Bürgermeister weiter.

Wie lange der Entwässerungskanal vor der Störfallmeldung bereits übergelaufen war, kann nicht mehr festgestellt werden. Eine Gefährdung für die Umwelt habe aber nie bestanden. "Das Wasser versickert nach dem Auslauf in den Wiesen und hat keine Anbindung zur Blies. Zudem war es das Schmutzwasser der Anlieger und kein mit Chemikalien belastetes Wasser . Am 28. August war alles wieder wie es sein soll und das Wasser wurde wieder getrennt" so der Bürgermeister.

Doch wie kommt es zu solch einem Vorfall in einem unterirdischen Kanalsystem. "Meiner Meinung nach kann es nur von den Anliegern kommen, die in diesem Gebiet wohnen (etwa 50 Anwohner). Wie sonst soll so ein großer Putzlappen in die Kanalisation gelangen. Auch Feuchttücher sind ein großes Problem, da diese sich nicht im Wasser auflösen. Bei sehr wenig Niederschlag wie in diesem Sommer trocknet im Kanal alles und verfestigt sich", erklärt Thomas Brach, der Geschäftsführer der Gemeindewerke Kleinblittersdorf .

Strichertz und Brach gehen daher von einer einmaligen Verstopfung des Kanals aus.