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Kommunalwahl 2019
Bürgermeister Strichertz tritt zur Wahl im Mai nicht mehr an

 Am 30. April 2020 will Stephan Strichertz nach dann 18 Jahren seine Arbeit im Kleinblittersdorfer Rathaus beenden.
Am 30. April 2020 will Stephan Strichertz nach dann 18 Jahren seine Arbeit im Kleinblittersdorfer Rathaus beenden. FOTO: Heiko Lehmann
Kleinblittersdorf. Kleinblittersdorfs Verwaltungschef nennt seine angeschlagene Gesundheit als Grund für den Verzicht auf eine weitere Kandidatur. Amtszeit endet 2020. Von Heiko Lehmann

 


Das Jahr in Kleinblittersdorf beginnt mit einem Paukenschlag. Bürgermeister Stephan Strichertz hat gestern verkündet, dass er zur Wahl am 26. Mai nicht mehr antreten wird. „Meine Ärzte haben mir massiv davon abgeraten, noch einmal zu kandidieren“, erklärt Strichertz. Über die Weihnachtstage habe er mit seiner Familie beschlossen, dem Ratschlag zu folgen, sagte der 57-Jährige der SZ.

Am 1. Mai 2002 wurde Strichertz der erste parteilose Bürgermeister von Kleinblittersdorf. 2009 folgte die Wiederwahl. Kurz vor Beginn seiner zweiten Amtsperiode am 1. Mai 2010 bekam der damals 48-Jährige die Diagnose Diabetes. Zwei Tage später erlitt er einen Herzinfarkt. Eine Operation folgte. Seine Urkunde für die zweite Amtszeit unterschrieb Strichertz noch auf der Intensivstation. Sein Gesundheitszustand besserte sich binnen weniger Monate, und so nahm der Kleinblittersdorfer die Amtsgeschäfte wieder auf. Aber nächstes Jahr ist Schluss, der 30. April 2020 sein letzter Tag als Bürgermeister.



Denn der neue Verwaltungschef oder die neue Verwaltungschefin von Kleinblittersdorf wird zwar bereits in diesem Jahr gewählt. Amtsbeginn ist allerdings erst am 1. Mai 2020.

2017 hatte die SZ berichtet, dass Strichertz in jedem Fall wieder kandidieren muss, um die volle Versorgung zu bekommen. Denn nur wer zwei Amtsperioden hinter sich habe und bereits über 60 Jahre alt sei, brauche nicht mehr ein weiteres Mal anzutreten.

Strichertz hat bald zwar zwei Amtsperioden, ist aber erst 57. Dennoch muss er nicht wieder kandidieren, um die volle Versorgung zu bekommen.

Der Grund: 2018 wurde seine Aufwandsentschädigung gekürzt, weil die Bevölkerung Kleinblittersdorfs unter die 13 000er-Marke gerutscht war. Und immer, wenn einem Bürgermeister die Aufwandsentschädigung gekürzt werde, stehe ihm nach Ende der Amtsperiode die volle Versorgung zu, erklärt Strichertz.

Bis zum Schluss seiner Laufbahn möchte der 57-Jährige noch das neue Feuerwehrgerätehaus zwischen Kleinblittersdorf und Bübingen verwirklichen. Für die Zeit danach hat Strichertz, wie er sagt, bereits ein Angebot, als Dozent zu arbeiten.

Der Jurist fügt hinzu, er habe auch Angebote, wieder als Anwalt tätig zu sein. Strichertz über seine Zukunft: „Vielleicht studiere ich auch Geschichte, das wollte ich immer schon. Ich weiß es noch nicht. Ich habe ja noch ein bisschen Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.“