| 20:20 Uhr

Trinkwasser
Kleinblittersdorf hat Wasser vom Feinsten

 Die Technik des Hochbehälters auf dem Kappelberg in Kleinblittersdorf wurde für 860 000 Euro komplett erneuert.
 Die Technik des Hochbehälters auf dem Kappelberg in Kleinblittersdorf wurde für 860 000 Euro komplett erneuert. FOTO: Heiko Lehmann
Kleinblittersdorf. Hochmoderne Technik fördert Wasser aus mehreren hundert Metern Tiefe. Die Qualität ist hervorragend. Von Heiko Lehmann

Gäbe es eine Wasserbundesliga, so würde die Gemeinde Kleinblittersdorf wohl jedes Jahr um den Deutschen Meistertitel mitspielen. Oder mit anderen Worten: Wenn das Trinkwasser in der Gemeinde mal knapp wird, kann man davon ausgehen, dass rundherum fast nur noch Wüste ist. „Wir haben schon extrem viel Wasser unter uns. Wir gehen sehr sorgfältig damit um und wissen diesen Schatz zu schätzen“, sagt Thomas Brach, der Geschäftsführer der Gemeindewerke Kleinblittersdorf (GWK). Anlässlich des heutigen Tages des Wassers hat der GWK-Geschäftsführer der Saarbrücker Zeitung den Hochbehälter Kappelberg in Kleinblittersdorf vorgestellt.


Im Jahr 2008 wurde die hochmoderne Anlage für 860 000 Euro erneuert. Riesige unterirdische Wasserbehälter und Filteranlagen sind auf dem Kappelberg verborgen und sorgen dafür, dass die Bliesransbacher und Kleinblittersdorfer Bürger ihr Trinkwasser bekommen. Das Wasser wird aus zwei Tiefenbohrungen  (154 Meter und 180 Meter) in der Hahnenklamm zwischen Bübingen und Kleinblittersdorf auf den Kappelberg gepumpt. Dort wird das Wasser aufbereitet, gefiltert und in die Haushalte verteilt. „Wir haben sehr sauberes Wasser. Das Gesundheitsamt weist uns regelmäßig Spitzenqualität nach“, sagt Thomas Brach. Die Ortsteile Auersmacher, Sitterswald und Rilchingen-Hanweiler bekommen ihr Wasser aus drei Tiefenbohrungen am Tiefenbach zwischen Auersmacher und Kleinblittersdorf. Dort kommt das Wasser aus 140, 256 und 365 Meter Tiefe und wird im Wasserwerk in Auersmacher aufbereitet. „Die Kleinblittersdorfer und Bliesransbacher trinken anderes Wasser als die Bürger in den anderen drei Orten. Aber das ist nichts Ungewöhnliches, das Wasser ist überall anders. Aber es ist beides Topqualität“, erklärt der GWK-Geschäftsführer.

Die Vorschriften und Standards für unser Trinkwasser sind enorm, und es gibt ständige Kontrollen. Sogar welche Innenbeschichtung in die Wasserrohre darf, ist genau geregelt. Daran dachte um das Jahr 1920 noch kein Mensch. Denn in dieser Zeit wurde die erste Wasserversorgung in der Gemeinde Kleinblittersdorf aufgebaut. Thomas Brach hat alte Unterlagen der ehemaligen Gemeinde Auersmacher aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gewälzt und recherchiert. An der Bliesgersweiler Mühle zwischen Bliesransbach und Auersmacher gab es die ersten Tiefenbohrungen, und das Wasser wurde über den Berg nach Auersmacher gepumpt. Allerdings nur an eine zentrale Stelle im Ort. Bis jeder Haushalt mit Trinkwasser versorgt werden konnte, dauerte es noch Jahre.



„Damals waren die Menschen froh, dass sie zum ersten Mal fließendes Wasser im Ort hatten und sich nicht mehr aus Brunnen versorgen oder an Bäche oder an die Saar laufen mussten. Das war ein Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde. An Filteranlagen oder Ähnliches dachte damals noch kein Mensch“, sagt Thomas Brach, der seit 2004 Chef der Gemeindewerke ist.

In zwei Jahren feiert die Wasserversorgung in der Gemeinde Kleinblittersdorf demnach ihr 100-jähriges Bestehen. Heute werden  pro Jahr 3850 Haushalte in der Gemeinde mit 600 000 Kubikmeter sauberem Trinkwasser versorgt. „Wir investieren pro Jahr 250 000 Euro in unsere Anlagen und den Leitungsbau. Weitere 200 000 Euro werden für den Unterhalt des Systems ausgegeben. In diesem Jahr werden zusätzlich für 100 000 Euro eine Druckminder- und Verteileranlage an der Bliesgersweiler Mühle erneuert“, beschreibt Thomas Brach die Arbeiten. Finanziert wird das Ganze durch das Wassergeld der Bürger und durch die Refinanzierung der jährlichen Abschreibungen.

Geschäftsführer der Kleinblittersdorfer Gemeindewerke, Thomas Brach.
Geschäftsführer der Kleinblittersdorfer Gemeindewerke, Thomas Brach. FOTO: Heiko Lehmann