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Josef Lang von der Jungen Bühne Auersmacher bereitet Passionsspiele vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Serie Menschen im Regionalverband : Josef Lang ist stolz auf 300 Auersmacher

Für den Vorsitzenden des Theatervereins Junge Bühne sind die Passionsspiele ohne die riesige Helferschar undenkbar.

Im Sommer des vergangenen Jahres fing es ganz langsam an mit dem Verteilen der Rollen und mit dem Festlegen der Spieltermine. Seit vier Wochen aber hat Josef Lang keine ruhige Minute mehr und ist von morgens bis abends auf den Beinen. Der 75-Jährige ist der Vorsitzende des Vereins Junge Bühne Auersmacher, und der veranstaltet vom 7. März bis zum 19. April Passionsspiele im Ort an der Oberen Saar. Es ist die Leidensgeschichte Jesu Christi, die die Junge Bühne alle fünf Jahre im Ruppertshofsaal aufführt.

Mindestens 10 000 Besucher erwartet der Verein in diesem Jahr. „Es ist viel Stress und viel Arbeit. Aber wir sind ein großes Team, und jeder hilft. Deshalb macht es auch Spaß“, sagt Josef Lang, der den Theatervein mit weiteren elf Auersmachern 1962 gründete. Die Passionsspiele gibt es allerdings schon seit 1935 in Auersmacher. „Das war damals ein Wandertheater, das aus zwei Leuten bestand. Die zogen durch Auersmacher und suchten Menschen, die mitspielen. In Auersmacher war das Interesse groß, und so nahm alles seinen Lauf“, blickt Sepp, wie ihn in Auersmacher alle rufen, zurück.

Er selbst ist theaterverrückt und spielte schon unzählige Rollen – bei den Passionsspielen unter anderem den Judas, den Petrus und den Kaiphas. Seit 1990 führt er Regie. „Ich mache heute noch beim Volk mit. Wir haben große Talente im Verein, die die tragenden Rollen sehr gut spielen“, sagt der Vorsitzende mit einem Lob für die Mitglieder.

Wenn Sepp von der Leidenszeit Jesu erzählt, zeugt das von vielen Büchern, die er gelesen hat.  Mit jedem Wissenszuwachs ändert Lang alle fünf Jahre Kleinigkeiten an der Inszenierung. „In diesem Jahr taucht die Mutter von Judas auf, die im Grunde keiner kennt. Es werden aber keine gravierenden Dinge verändert. Der Kern der Botschaft ist immer gleich. Liebe deinen Nächsten. Wir versuchen nur, alles zeitgemäßer rüberzubringen“, sagt Lang. Der Ruheständler war Leiter des Sozialamtes in Kleinblittersdorf und später in Saarbrücken. Nach der Pensionierung leitete er drei Jahre lang das Auersmacher Seniorenzentrum St.-Barbara-Höhe – einfach so, da keiner da war und er gefragt wurde. 1995 gründete er mit Freunden die Rumänienhilfe Lausbub. Der Verein leitete bis heute etwa 350 000 Spenden-Euro nach Rumänien und brachte 75 Lastwagen voller  Kleidung oder Material für Krankenhäuser, Schulen oder Kindergärten dorthin. „Wir öffnen während der Passionsspiele wieder unser Café Lausbub. Alle Einnahmen gehen an die Rumänienhilfe“, sagt Lang.

Er hat inzwischen sechs Enkel. Auch der Nachwuchs der Jungen Bühne macht ihn stolz. Er bekam wie die Senioren des Theatervereins für seine Darstellungskunst bereits Preise. Für Lang aber bleiben die Passionsspiele das Nonplusultra. Der Ur-Auersmacher ist Generalsekretär des Verbandes  Europassion und hat mehr als 60 Inszenierungen in ganz Europa gesehen. 1985 war die Junge Bühne sogar 14 Tage in den USA, um die Passionsspiele aufzuführen. Das alles sind zwar interessante Erinnerungen. Aber Sepp hat dafür aktuell gar keine Zeit. Es muss organisiert und geprobt werden, bis alles perfekt sitzt. Immerhin spielen etwa 300 Auersmacher in den sechs Wochen ab dem 7. März mit. „Es tragen alle ihren Teil dazu bei, dass unsere Passionsspiele wieder ein Erfolg werden. Ich bin zwar der Vorsitzende, aber wichtig ist jeder Einzelne, und das macht unseren Verein aus.“