In Bliesransbach waren die zweiten saarländischen Mundarttage

Amateurtheater : Bliesransbachs Fest für Freunde der Mundart

Kleinblittersdorfer Ortsteil war zum zweiten Mal Treffpunkt für Theaterspieler, die den saarländischen Dialekten die Treue halten.

„Awei gehn eisch dem Dier mol frisch Hackfleisch kääfen. Dau wirdsch den jo verhingern lass, wenn eisch nit wär“, rief Julia Bräuer auf der Bühne, schüttelte den Kopf und verschwand hinter dem Vorhang. Die etwa 250 Gäste im Bliesransbacher Dom krümmten sich vor Lachen. Zum einen wegen des ulkigen Sketches, den der Verein für Kultur und Karneval Siersburg auf die Bühne brachte. Und zum anderen wegen des Dialektes der Siersburger. Am vorigen Wochenende gab es im Kleinblittersdorfer Ortsteil Bliesransbach die zweiten saarländischen Mundarttage. „Ich finde es ganz toll, dass es so etwas gibt. In Mundart lässt sich meiner Meinung nach viel besser Theater spielen“, sagte Carsten Schreier, ein Darsteller aus dem Siersburger Ensemble.

Vereine aus dem ganzen Saarland traten samstags und sonntags im Bliesransbacher Dom auf. Die Siersburger spielten das Stück „Uus Katz ist fort“.

Der Theaterverein Saargold Humes führte „Die Theaterprobe“ auf.

„Hä?“ fragte Paul Biesel, und da fing das Publikum bereits an zulachen. „Sitzt jetzt doch e annerer an da Töpferscheib?“, fragte Biesel nach. „Nä, du bisch doch der“, sagte Leon Hoffmann, und plötzlich mussten alle im Dom lachen. Die sechs Humeser Jungs und Mädels zeugten an den beiden Festivaltagen vom starken Theaternachwuchs im Saarland. Und sie überzeugten das Publikum.

„Am spannendsten finde die Stücke und die Dialekte der anderen Vereine. So etwas sollte es jedes Jahr geben“, sagte Felix Wiese, der Regisseur aus Humes. Der ausrichtende Kultur- und Trachtenverein Bliersransbach spielte das Stück „Kneppdreher Johann Mickefett“. Zum Inhalt: Johann Mickefett stand vor Gericht, und die Zeugen wie der „Herr Labbedudleh“ mussten aussagen. „Herr Labbedudleh. Jetzt fooze se doch kenn so Schissdreck. Sie siehn doch aus wie dreimol siwwe alt, und sie krien doch ebbes gebackt“, rief die Staatsanwältin. Und der Herr Labbedudleh entgegnete:  „Vielen Dank für das Kompliment Frau Staatsanwältin. Ich würds zu gär retour gän, awa ich stehn jo unner Eid.“ Das Pulikum im Dom war begeistert von allen Auftritten. Auch vom Heimat und Kulturverein Heckendalheim, dessen Gastspiel am Sonntag den Abschluss bildete.

Die Bliesransbacher haben die Mundarttage 2018 gemeinsam mit dem Mundartring Saar ins Leben gerufen und in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgerichtet.

2020 soll es die dritten saarländischen Mundarttage geben. Ob sie kommendes Jahr erneut in Bliesransbach stattfinden oder ob sie dann ein anderer saarländischer Verein ausrichtet, ist noch offen.