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Hier reifen Erdbeeren drei Wochen früher

Hier reifen Erdbeeren drei Wochen früher

Hans-Georg Ernst und Patrik Chatelain wollen dafür sorgen, dass im Sommer 2015 zwischen Sitterswald und Rilchingen-Hanweiler rund 1,5 Millionen Erdbeeren wachsen. Und einen Teil davon dürfen die Käufer auch künftig selber pflücken.

Seit vielen Jahren gibt es auf drei Feldern zwischen Sitterswald und Rilchingen-Hanweiler Erdbeeren zum Selbstpflücken. Das Erdbeerland von Hans-Georg Ernst und Schwiegersohn Patrik Chatelain bietet dazu jedes Jahr ab Ende Mai die Möglichkeit. Doch 2015 scheint alles anders zu werden. Meterhohe Metallgerüste stehen auf vielen Grundstücken zwischen den zwei Orten. "Wir haben 4,5 Hektar dazugepachtet", sagt Chatelain, der mit sechs Mitarbeitern derzeit mitten in den Vorbereitungen für die neue Erdbeerzeit ist.

"Auf den zusätzlichen 4,5 Hektar werden die Erdbeeren in einer Dammkultur und in sogenannten Wandertunneln angebaut. Dadurch können wir die Erdbeeren etwa drei Wochen früher ernten", erklärt Chatelain weiter. Die frühe Erdbeeren-Sorte mit dem Namen Clery wurde bereits im vergangenen Juli eingepflanzt. Zurzeit werden die Felder zum Witterungsschutz mit Vlies überzogen und mit Sandsäcken beschwert. Bis zum 20. Februar, so erklärt Patrik Chatelain, muss die Folie über die großen Wandertunnel gezogen werden. Doch hierzu fehlt noch die Genehmigung. "Wir haben unseren Standort für die Wandertunnel von Heusweiler in die Gemeinde Kleinblittersdorf verlegt. Für das Aufstellen der Tunnel braucht man aber die Genehmigung durch das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz und von der Unteren Bauaufsichtsbehörde", weiß Hans-Georg Ernst. Vor 30 Jahren hatte Ernst die Erdbeer-Idee. "Ich komme aus einer Landwirtschaftsfamilie, und irgendwann mussten wir uns etwas einfallen lassen, da die Einnahmen mit der Getreideernte stark zurückgingen. Also probierte ich es mit Erdbeeren ", sagt Ernst, der mittlerweile an acht Standorten im Saarland Erdbeeren zum Selberpflücken und für Märkte anbaut.

Die zusätzlichen 4,5 Hektar sind für Märkte gedacht. "Wir kooperieren auch gerne mit Märkten aus der Gemeinde, dann können die Einwohner Erdbeeren aus ihrer Region kaufen und essen", sagt Ernst.

Anfang Mai könnten die ersten Erdbeeren aus den Wandertunneln so weit sein, dass man sie ernten kann. "Das kann hinkommen, allerdings sind wir trotz der Tunnel auch noch wetterabhängig", sagt Ernst. Dennoch schätzen die beiden, dass es in diesem Sommer bis zu 1,5 Millionen frische Erdbeeren zwischen Sitterswald und Rilchingen-Hanweiler geben wird. Aber keine Sorge, sagt Ernst, die Felder zum Selbstpflücken gibt es weiterhin.