Grüne wollen Bauland in Kleinblittersdorf schaffen und ecken damit an

Kostenpflichtiger Inhalt: Kleinblittersdorf : Streit um den Bau-Plan der Grünen

Ortsvorsteherin Doberstein und Mitstreiter wollen Familien Grundstücke in Kleinblittersdorf bieten. Ein Reizthema.

In Kleinblittersdorf gibt es Ärger wegen eines Baugebietes. Die Grünen regen an, dass die Gemeinde möglichst viele Grundstücke verkauft, um mehr Menschen nach Kleinblittersdorf zu bekommen. „Wir werden immer weniger Einwohner, und die Gesellschaft wird generell älter. Wir wollen jungen Familien ermöglichen, nach Kleinblittersdorf zu ziehen“, sagt Nadja Doberstein (Grüne), die neue Ortsvorsteherin. Das erste Gebiet, das die Grünen ausgewählt haben, liegt unterhalb der Grundschule und der Kita. Bereits Ende der 1990er-Jahre wies der Gemeinderat es als Baugebiet aus.

Passiert ist dort aber bislang nichts. Anwohner haben vielmehr die Grundstücke gepachtet, um Gärten zu erweitern oder weitere Gärten anzulegen. „Wir haben hier eine Keimzelle für die Erhöhung der Artenvielfalt geschaffen. Blindschleichen, Ringelnattern und Goldbauch­unken leben in dem Gebiet, das gibt es in dieser Form nur einmal in Kleinblittersdorf“, sagte ein Anwohner in der Ortsratssitzung, in der die Grünen ihren Plan vorstellten. „Es gibt eine sehr hohe Nachfrage nach Baugrundstücken, und wir müssen etwas tun“, sagte Peter Krauser von den Grünen. Ein Anwohner zweifelt an der Nachfrage, sieht das Argument aus der Luft gegriffen. Die Gemeindeverwaltung bestätigte jedoch, dass es wöchentlich neue Bauinteressenten gibt.

Wie die Ortsvorsteherin mitteilte, können in diesem Gebiet 14 Bauplätze geschaffen werden. Kleine Grundstücke, aber das wäre wohl auch im Interesse von vielen Familien. „Es sind Grundstücke unter 800 Quadratmetern. Viele Familien suchen genau danach“, sagte die Ortsvorsteherin. Alle Grundstücke in diesem Gebiet gehören der Gemeinde. Es gibt zwar noch weitere Baugebiete in Kleinblittersdorf, doch dort möchten die Eigentümer in keinem Fall verkaufen, und die Verhandlungen gestalten sich sehr schwierig. „Bei dem Gebiet unterhalb der Grundschule würde die Gemeinde Geld verdienen, und wir würden neue Familien nach Kleinblittersdorf bekommen“, sagte Nadja Doberstein.

Während die CDU mit zwei Stimmen gegen das Projekt stimmte, sprach sich die SPD dafür aus. „Grundsätzlich finden wir es gut, wenn junge Familien sich bei uns niederlassen können. Wir müssen uns die Sache ansehen und mit den Anwohnern sprechen“, sagte Karl-Peter Fuhr von der SPD. Die Anwohner haben aber schon durchblicken lassen, dass sie sich kampflos nicht ergeben werden. Bereits vor 20 Jahren gab es heftige Diskussionen wegen des Gebietes, und die Bürger sammelten Unterschriften gegen neue Bauplätze. „Das waren Beschlüsse, die vor meiner Zeit gefasst wurden. Es ist ein schwieriges Thema, da die Zugangsstraße zu diesem Gebiet zwischen zwei Häusern verlaufen würde und zudem sehr schmal wäre“, sagt Bürgermeister Stephan Strichertz.

Am kommenden Montag, 16. Dezember, wollen Mitglieder des Orts- und Gemeinderates zusammen mit Anwohnern das Gebiet begehen und erste Gespräche führen, wie es weitergehen soll.