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Fit für alle Einsätze: 185 Retter im Ehrenamt Drei Generationen sind das Fundament der Wehr

Fit für alle Einsätze: 185 Retter im Ehrenamt Drei Generationen sind das Fundament der Wehr

Kleinblittersdorf. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf plant ein wichtiges Stück Zukunft: das neue gemeinsame Feuerwehrhaus für die Löschbezirke Auersmacher und Sitterswald. Es soll der immer anspruchsvoller werdenden Arbeit einer modernen freiwilligen Feuerwehr Platz bieten

Kleinblittersdorf. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf plant ein wichtiges Stück Zukunft: das neue gemeinsame Feuerwehrhaus für die Löschbezirke Auersmacher und Sitterswald. Es soll der immer anspruchsvoller werdenden Arbeit einer modernen freiwilligen Feuerwehr Platz bieten. Das Gebäude entsteht voraussichtlich in den Jahren 2010 und 2011 an der Straße zwischen den Dörfern Auersmacher und Sitterswald. Der Kleinblittersdorfer Bürgermeister Stephan Strichertz, Gemeindewehrführer Erwin Karr und sein Stellvertreter Peter Dausend erläuterten der Saarbrücker Zeitung dieses Vorhaben. Und sie stellten die Gemeindefeuerwehr als Gemeinschaftsleistung von 305 Ehrenamtlichen vor. Warum überhaupt ein neues Haus für die Löschbezirke Auersmacher und Kleinblittersdorf? "Wir müssen dem Gesundheitsschutz ebenso gerecht werden wie den technischen Notwendigkeiten", sagt Stephan Strichertz. So dürfen Feuerwehrleute vor und nach Einsätzen nicht länger den Abgasen der Löschautos ausgesetzt sein. Außerdem sind die beiden derzeitigen Feuerwehrgerätehäuser einfach zu klein für die neue Generation von Feuerwehrfahrzeugen, die auch die Gemeinde Kleinblittersdorf anschafft. Was sie insgesamt an Ausrüstung braucht - etwa das jetzt bestellte Einsatzfahrzeug "GW Logistik" für 179500 Euro - steht in einem Bedarfsplan. Diesen Plan ließ Kleinblittersdorf, wie Strichertz verdeutlicht, schon fertigen, bevor er für jede Kommune gesetzlich vorgeschrieben wurde.Auch das neue Gerätehaus gehört zu diesem Bedarfsplan und bekommt nach Expertenansicht einen idealen Standort. Es kostet etwa 680000 Euro. Mit allen weiteren Ausgaben, etwa für die Erschließung des Gebäudes, soll der Aufwand "weit unter 1,5 Millionen Euro" bleiben, sagt Strichertz. Die Hälfte kommt vom Land, die andere Hälfte aus dem Gemeindehaushalt. Das zweigeschossige Haus bietet auf 755 Quadratmetern Platz für die Praxis, unter anderem für die vier Fahrzeuge der beiden Löschbezirke, die in einer 250 Quadratmeter großen Halle stehen werden. Diese ist direkt von den Umkleidekabinen zu erreichen, denn bei Einsätzen zählt jede Sekunde. Umkleiden - je ein Gebäude pro Löschbezirk - gibt es für Männer, Frauen und die Mitglieder der Jugendwehr. Insgesamt ist das Haus groß genug für 100 Feuerwehrleute aus beiden Löschbezirken. Es ist aber auch für die Gesamt-Gemeindefeuerwehr wichtig. Denn es nimmt die zentrale Werkstatt für die Atemschutzgeräte aller Löschbezirke auf.Im Obergeschoss sind Schulungs- und Aufenthaltsräume sowie das Büro der beiden Löschbezirksführer untergebracht. Was diese und alle anderen Feuerwehrleute in ihrem Ehrenamt leisten müssen, verdeutlichte Gemeindewehrführer Karr: Die ersten Einsatzkräfte müssen acht Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort sein. Wo Funklöcher drohen, ergänzen Sirenen nach wie vor die digitalen Meldegeräte der Wehrmitglieder. Und von diesen Helfern sind ständig genug im Kleinblittersdorfer Gemeindegebiet erreichbar, um im ersten Zugriff das Nötige zu tun. Danach wird, wenn nötig, Verstärkung von jenen mobilisiert, die weiter weg arbeiten. "Wir sind jedem Arbeitgeber hier dankbar für das Verständnis, das er der Feuerwehrarbeit entgegenbringt", verdeutlicht Bürgermeister Strichertz. Kleinblittersdorf. Die Kleinblittersdorfer Feuerwehr hat 305 Mitglieder: 185 Aktive, 50 Jugendfeuerwehrleute und 70 Mitglieder der Alterswehr. Die Jugendfeuerwehr nimmt Jungen und Mädchen ab zehn Jahren auf. Viele bleiben der Wehr treu. Erst jüngst haben sieben Übernahmen in die aktive Wehr die Qualität der Jugendarbeit bestätigt. "Ich bin stolz auf die motivierten und flexiblen Jugendlichen. Sie sind unsere Stärke", sagt Wehrführer Erwin Karr stolz. Wer sich für das Feuerwehr-Ehrenamt entscheidet, muss eine 70-stündige Grundausbildung durchlaufen, zu der natürlich ein Erste-Hilfe-Lehrgang gehört. 38 Frauen und Männer machen sie gerade. Zum Schulungsprogramm gehören jedes Jahr 24 je zweistündige Übungen sowie Lehrgänge. Karr und sein Team setzen auf Menschen, die was draufhaben. Und die wissen, was sie wollen. "An den Plänen für das neue Feuerwehrhaus waren Arbeitsgruppen aus Sitterswald und Auersmacher beteiligt. Und dann haben wir sie der ganzen Mannschaft vorgestellt", sagt Karr. Ergebnis: Die Pläne sehen jetzt ganz anders aus. Und sie haben doch dasselbe Ziel: gute Arbeitsbedingungen für ehrenamtliche Retter schaffen. ole "Die motivierten und flexiblen Jugendlichen sind unsere Stärke."Kleinblittersdorfs Gemeindewehrführer Erwin Karr