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Kappensitzung Auersmacher
Fastnachterin seufzt über den heimischen Küchenhelden

Brigitte Kany erzählte in der Kowe-Bütt von den leidvollen Erfahrungen mit einem Hobbykoch, ihrem Mann.
Brigitte Kany erzählte in der Kowe-Bütt von den leidvollen Erfahrungen mit einem Hobbykoch, ihrem Mann. FOTO: Heiko Lehmann
Auersmacher. Von Heiko Lehmann

Verwundert fragte Maddi (Matteo Brach) seine Freundin Naddi (Natascha Niederländer), warum sie nach dem Tod ihres Kaninchens mehr geweint habe, als nach dem Tod ihres Opas. „Ei weil ich de Opa nit von meinem eigene Taschegeld bezahlt hann“, sagte Naddi in der Bütt der Auersmacher Kowe. Am Freitag und Samstag feierten die Auersmacher ihre Kappensitzungen. 600 Narren ließen an beiden Tagen in der Halle keinen Platz frei. In der Bütt sorgten die Redner für Lacher am laufenden Band. Jonas Degen aus Dudweiler sagte, US-Präsident Trump schaue sich die Olympischen Spiele nur an, um zu erfahren, wie hoch die Mexikaner springen können.


Die Kowe-Eigengewächse Lisa Thörner und Carolin Walter bastelten sich in der Bütt ihren Traummann. Einen, der sie am Arm packt, ins Schlafzimmer zerrt und dann die Wohnung putzt, während sie in Ruhe ausschlafen können. Das Publikum im Ruppertshofsaal stand an beiden Tagen Kopf.

Auch dank Brigitte Kany. Die 72-Jährige steht seit 29 Jahren in der Kowebütt und berichtete in diesem Jahr in Reimform, wie ihr Mann das Kochen entdeckte und dafür die Küche auf den Kopf stellte.  Den ersten Knaller des Abends landete allerdings die Minigarde.



Als Krokodile verkleidet, tanzten die Jüngsten des Verein, und das Publikum hatte so viel Spaß, dass die erste Zugabe fällig war. „Ich kann mich nicht erinnern, dass die Minigarde irgendwann mal eine Zugabe gegeben hat. Die Stimmung war an beiden Tagen wirklich mega“, sagte Daniel Walter, der Elferratspräsident der Kowe, der die Narren im fünften Jahr durch die Kappensitzungen führte.

Die Aushängeschilder der Kowe sind die Garden. 65 Gardemädchen tanzen in Mini-, Jugend-. Junioren-, und Prinzengarde. Mindestens 15 Mädchen hat jede Garde, was bei den Märschen ein atemberaubendes Bild voller synchroner Tanzelemente ergibt und an der Oberen Saar seinesgleichen sucht.

Eine Abordnung von den Spitzbuwe aus dem französischen Neufgrange faszinierte die Narren mit einem Zahnarzt-Sketch, bei dem der Arzt mit einem Winkelschleifer tatsächlich die Funken auf der Bühne fliegen ließ.

Zum Finale der Kowe-Sitzungen standen die Showtänze aller Garden an. Für die Höhepunkte sorgten die Revival-Garde als Zombies, die Granade Garde mit einem Maibaumtanz und die Danzbuwe, das Männerballett der Kowe. Als Feuerwehrmänner verkleidet, rockten die 15 Herren die Bühne.

Kaum waren die Showtänze beendet, forderten die Narren schon die Zugaben und bekamen sie. Insgesamt waren bei den Kowe an beiden Tagen rund 100 Mitglieder beschäftigt. Sie sorgten einmal mehr dafür, dass die Kappensitzungen zum Erfolg wurden. „Seit dem Jahr 1996 laden wir in jedem Jahr zu zwei Kappensitzungen ein. Und was soll ich sagen? Der Saal ist in jedem Jahr voll, und sowohl das Publikum als auch unsere Akteure haben großen Spaß“, sagt Stefan Köhler, der Präsident der Auersmacher Kowe, am Samstagabend.