Ersatzbau für zerstörte Bliesransbacher Brücke lässt noch auf sich warten

Unwetter-Folge : Ersatzbau für zerstörte Bliesransbacher Brücke lässt noch auf sich warten

Eine Brücke in Bliesransbach fiel vor gut einem Jahr einem Gewittersturm zum Opfer. Die Anwohner ärgern sich über lästige Umwege und über das lange Warten auf einen Ersatzbau.

In der Nacht zum 1. Juni des vergangenen Jahres tobte stundenlang ein Unwetter über der Oberen Saar. Im Kleinblittersdorfer Ortsteil Bliesransbach fiel ihm die kleine Brücke in der Eduard-Mörike-Straße zum Opfer. Während des Unwetters stürzte sogar ein Auto mit der Brücke ab und landete im darunter liegenden Niederwieserbach. Seit dieser Nacht sind ein Unternehmen und eine Familie auf der anderen Seite der Brücke von Bliesransbach abgeschnitten. Um in den Ort zu gelangen, müssten die Menschen entweder durch den Bach stapfen, was schon wegen des steilen Abhangs gefährlich wäre. Also bleibt ihnen meist nur, über Feldwege auf die L 106 zwischen Sitterswald und Bliesransbach fahren, um dann über die L 105 nach Bliesransbach zu gelangen.

„Bei schlechtem Wetter oder in den Wintermonaten kann man nicht durch den Bach laufen. Die Feldwege sind nicht beleuchtet. Es ist einfach seit mehr als einem Jahr eine Katastrophe. Auch die Müllabfuhr kommt nicht regelmäßig. Wir mussten schon öfter die gelben Säcke in den Ort tragen, damit sie abgeholt werden konnten“, sagte eine Anwohnerin in der jüngsten Sitzung des Bliesransbacher Ortsrates am vergangenen Mittwoch und machte damit ihrem Ärger Luft.

Auch die Menschen, die auf der anderen Seite des Baches und näher am Ortskern wohnen, sind genervt. „Bei uns drehen zu jeder Tages- und Nachtzeit Pkw und Lkw vor den Haustüren, da sie nicht über die Brücke kommen. Wendeverbotsschilder am Anfang der Straße werden einfach ignoriert“, sagte ein anderer Anwohner.

Als lästiges Hindernis empfinden die Bliesransbacher die Lücke, die nach dem Einsturz in der Eduard-Mörike-Straße klafft. Foto: Heiko Lehmann

Die Gemeindeverwaltung von Kleinblittersdorf teilte bereits mit, dass eine neue Brücke für Pkw und Lkw gebaut werden soll. Den Ortsrat ließ die Verwaltung wissen, in den kommenden Wochen würden drei Varianten für einen Brücken-Neubau vorgestellt. Zudem stünden noch Genehmigungen für das Vorhaben aus.

Ob die in den Gemeindehaushalt eingestellten 200 000 Euro für den Neubau ausreichen, ist noch unklar. Dennoch hofft die Gemeindeverwaltung, dass sie die Brücke noch in diesem Jahr bauen lassen kann. Für die betroffenen Anwohner ist das nur ein schwacher Trost. Ihnen geht das alles zu langsam. „Das ist jetzt schon mehr als ein Jahr her. Und ob die Brücke in diesem Jahr noch gebaut wird, ist auch nicht klar. Das hätte alles viel schneller gehen können, wenn man gewollt hätte“, sagte die Anwohnerin.

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