Erika Heit (CDU) will Bürgermeisterin in Kleinblittersdorf werden

Bürgermeisterwahl in Kleinblittersdorf : CDU kämpft wieder um Rathaus-Chefposten

In Kleinblittersdorf fordert die Christdemokratin Erika Heit den parteilosen Amtsinhaber Stephan Strichertz heraus. Für die SPD tritt Rainer Lang an.

Zum ersten Mal seit 2001 mischt die CDU wieder direkt mit im Kampf um den Chefposten im Kleinblittersdorfer Rathaus. 2009 hatten die Christdemokraten den parteilosen Amtsinhaber Stephan Strichertz unterstützt und auf einen eigenen Kandidaten verzichtet.

Das ist diesmal anders; die Bildungsexpertin Erika Heit (41) zieht als CDU-Kandidatin in den Wahlkampf. Die gelernte Lehrerin arbeitet im saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur dafür, dass junge Leute einen guten Übergang von der Schule zu den Hochschulen oder ins Berufsleben finden. In der Kommunalpolitik ist Gemeinderatsmitglied Heit als Erste Beigeordnete Stellvertreterin des Bürgermeisters. Und sie ist Ortsvorsteherin von Rilchingen-Hanweiler. Als Rundumkritik an der Arbeit des Amtsinhabers Stephan Strichertz (57) versteht Erika Heit ihre Kandidatur keineswegs. „Wir haben ja vieles zusammen erreicht und die Gemeinde in eine gute Position gebracht. Aber ich finde, es wird Zeit für einen Generationswechsel, und wir sollten im Rathaus wieder selbst Einfluss auf die Dinge nehmen.“ Das sei für die CDU diesmal mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten besser zu machen. „Es geht um frischen Wind und um neue Ideen“, sagt Heit.

Als Herausforderungen für den nächsten Verwaltungschef nennt sie die Digitalisierung, die Bürgernähe der Verwaltung und einen Tourismus, der von der Lage in der Biosphäre ebenso profitiert wie von der Grenznähe. „Wir liegen sehr günstig.“ Und sie will, wie sie betont, noch mehr daraus machen, sollte sie 2019 gewinnen. „Denn Faktoren wie Wellness und Tourismus machen unsere Gemeinde attraktiv für Neubürger.“ Dazu gehöre, spürbaren Mehrwert zu schaffen aus der Saarland-Therme. Heit spricht von einem „Brückenschlag“ von der Therme nach Rilchingen-Hanweiler oder in die anderen Ortsteile. „Da könnte noch mehr passieren.“

Als Ortsvorsteherin von Rilchingen-Hanweiler sieht sie in den Ortsräten der Gemeinde eine große Chance und will sie zu „Sprachrohren der Bürger“ machen. Für Heit steht fest: „Wir müssen besser auf unsere Ortsräte hören. Dort können wir vieles steuern, wenn wir die Bürger mitnehmen. Und wir schaffen eine Transparenz, die bislang im Alltag oft untergeht.“

Der parteilose Amtsinhaber Stephan Strichertz geht mit der Konkurrenz gelassen um. Heit habe ja schon im vorigen Jahr Bereitschaft signalisiert, für den Posten zu kandidieren. „Mit so etwas muss man immer rechnen. Für mich zählt nicht die Zahl der Kandidaten, sondern die Fairness im Wahlkampf.“ Denn auch Strichertz will antreten und ab 2020, dem Beginn der nächsten Amtszeit, bis 2030 noch einiges erreichen. Etwa ein gemeinsames, interkommununales Feuerwehrgerätehaus für Kleinblittersdorf und Bübingen, wo er die Verhandlungen mit der Stadt Saarbrücken auf einem guten Weg sieht.

Oder zum Beispiel bei den Erneuerbaren Energien: „Ich möchte erreichen, dass auf den Hartungshof eine Freiflächen-Photovoltaikanlage kommt. Das liegt mir sehr am Herzen.“ Er sieht diesmal, anders als beim Vorgänger-Projekt, das auf heftigen Widerstand gestoßen war, eine große Bereitschaft im Ort für das Solarkraftwerk. Ein weiteres Aufgabenfeld sei der Schutz vor Unwetterfolgen.

Außerdem zieht die Gemeinde bereits Fachleute der Universität Kaiserslautern zu Rate, um sich gegen Unwetter besser zu wappnen. Immerhin gingen die Schäden nach dem heftigen Gewitter in der Nacht zum 1. Juni in die Millionen.

Immerhin: Inzwischen komme Kleinblittersdorf wieder ganz gut mit seinem Geld aus, wie Strichertz hervorhebt. „Wir haben vier Jahre hintereinander Überschüsse erzielt.“ Das hänge natürlich auch von der Höhe der Steuern ab. Wenn etwa, wie geschehen, ein Bergbauzulieferer seinen Standort in Hanweiler aufgebe, schlage das auf die Gewerbesteuer durch.

Umso wichtiger sei die jetzt vom Land beschlossene „Saarlandkasse“ (die SZ berichtete). Mit der will das Land seine Kommunen von ihren Kassenkrediten entlasten. Wenn das Realität wird – meint Strichertz – dann lasse sich im Kleinblittersdorfer Rathaus leichter Politik machen. Egal, wer die Wahl gewinnt.

Erika Heit.     Foto: Heiko Lehmann. Foto: Heiko Lehmann
Stephan Strichertz. Foto: Heiko Lehmann. Foto: Heiko Lehmann

Rainer Lang, Bürgermeisterkandidat der Kleinblittersdorfer SPD, nennt seine kommunalpolitischen Ziele. Kaputtsparen komme nicht in Frage. Vielmehr sei durch Investitionen zu sichern, was da ist, und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen zu stärken. Nur so bleibe Kleinblittersdorf eine starke, eigenständige Gemeinde. Sie müsse attraktiv bleiben für junge Familien und Lebensqualität im Alter bewahren. Die Verwaltung brauche einen modernen, bürgerfreundlichen Internetauftritt. Ganz Kleinblittersdorf benötige schnelles Internet.

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