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Gemeinderat
Eine Millionen mehr Gewerbesteuer

Stephan 
Strichertz, 
Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf.
Stephan Strichertz, Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf. FOTO: Iris Maurer
 Kleinblittersdorf. Der Gemeinderat von Kleinblittersdorf hat die Haushaltssatzung für 2018 genehmigt. Jetzt muss das Landesverwaltungsamt zustimmen Von Heiko Lehmann

Die Gemeinde Kleinblittersdorf hat als erste Kommune des Saarlandes die Haushaltssatzung für das Jahr 2018 an das Landesverwaltungsamt (LVA) nach St. Ingbert geschickt. Der Gemeinderat von Kleinblittersdorf stimmte am Donnerstag einstimmig für die von der Verwaltung vorgelegte Satzung und wie Bürgermeister Stephan Strichertz mitteilte, ging das Schreiben direkt am Freitagmorgen an das LVA raus.


Die Gemeinde hat zwar immer noch ein aufgelaufenes Defizit von knapp 23 Millionen Euro, doch die in der Sitzung präsentierten Zahlen waren positiv. Die Gemeinde wird in diesem Jahr ihre Erwartungen zum vierten Mal in Folge übertreffen. Das Jahr 2014 wurde mit einem Plus von 740 000 Euro abgeschlossen, das Jahr 2015 mit einem Plus von 58 000 Euro und das Jahr 2016 mit einem Plus von 1,3 Millionen Euro. Für das aktuelle Jahr kalkulierte die Verwaltung ein Minus von 2,1 Millionen Euro, doch so wie es derzeit aussieht, wird es wohl nur ein Minus von 900 000 Euro. „Die endgültigen Zahlen für das Jahr 2017 stehen wohl erst Mitte Januar fest, aber es sieht sehr gut aus“, so der Bürgermeister. Ein Grund für den Aufwärtstrend sind die enorm gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen, unter anderem wegen der Saarland-Therme in Rilchingen-Hanweiler. Im Schnitt hat die Gemeinde 3,2 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr. Im Jahr 2016 wurde mit 4,2 Millionen Euro sogar die Rekordmarke in der Gemeindegeschichte erreicht. „Im vergangenen Jahr kamen noch einige Einmalzahlungen dazu, dadurch sind wir auf den hohen Betrag gekommen“, so Strichertz. Von einer Verschuldung wie beispielsweise in den Gemeinden Friedrichsthal oder Gersheim ist die Gemeinde Kleinblittersdorf noch ein gutes Stück entfernt. Wie Andreas Philipp, der Kämmerer der Gemeinde in seinem Finanzplan erläuterte, wird das Eigenkapital auch bis zum Jahr 2021 nicht aufgebraucht sein. „Ohne Eigenkapital rutscht mal in die Verschuldung und alle Maßnahmen, die in der Gemeinde Geld kosten, müssen vom Landesverwaltungsamt genehmigt werden“, erklärt er und berichtete von Fällen der Überschuldung im Saarland, bei denen es mit dem LVA Streitereien wegen Beträgen von wenigen tausend Euro gibt.

In den Haushaltsreden der Parteien wurden zwar hier und da Seitenhiebe verteilt, doch im Grund herrschte eine Einigkeit wie schon lange nicht mehr. Auch der Grundsatzbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes in der Saarbrücker Straße 110 bis 114 wurde einstimmig gefasst.