1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Kleinblittersdorf

Eine Kugel von Martin Steinert für die Kirche Maria Heimsuchung

Neues Projekt für Auersmacher : Eine Kugel rollt Richtung Wintringer Hof

Der Saarbrücker Künstler Martin Steinert hat ein neues Projekt in Auersmacher. Aus der Dornenkrone in der Kirche Maria Heimsuchung wird eine große Kugel geformt.

Die Gottesdienstbesucher in Auersmacher haben sich schon längst daran gewöhnt. Denn seit genau einem Jahr bietet der Chorbereich der katholischen Kirche Maria Heimsuchung einen ungewöhnlichen Anblick. Über dem Altar hängt ein riesengroßer Kranz aus einfachen Holzlatten, der trotz seiner Größe zu schweben scheint.

Er stammt von Martin Steinert, dem bekannten Saarbrücker Künstler, die dazugehörige Lichtinstallation wurde von François Schwamborn erarbeitet. Die Skulptur erinnert in der Form an eine Dornenkrone und ist ein Teil eines großen künstlerischen Projektes.

Sie ist das Ergebnis einer Kooperation der Preisträger des Kulturpreises für engagierte Kunst des Regionalverbandes Saarbrücken 2018. Damals hatten sowohl Martin Steinert als auch die Theatergruppe Junge Bühne Auersmacher gewonnen.

Daher bezieht sich die Holzskulptur inhaltlich auf die Passion. Denn in diesem Jahr wollte die Junge Bühne Auersmacher die Passionsspiele aufführen. Aber dann kam Corona. Die Passionsspiele konnten nur zweimal im März gespielt werden, und die Dornenkrone, die eigentlich in der Pfingstnacht abgebaut werden sollte, hängt immer noch.

Aber bald soll sich das ändern. „Es war geplant, die Dornenkrone in eine große, symbolische Erdkugel zu formen, die bei der Wintringer Kapelle installiert wird“, erklärt Martin Steinert. Und diese Arbeiten stehen bald an. Denn Martin Steinert wird auf einer freien Fläche oberhalb von Auersmacher aus der Form der Krone eine Kugel erschaffen – eine Kugel von sechs Metern Durchmesser.

„Ich muss beim Arbeiten die Kugel immer wieder drehen, damit sie rund wird. Und bei der Größe und dem Gewicht ist das gar nicht so einfach“, sagt er. Denn obwohl die Kugel nur aus einfachen Holzlatten bestehen wird, kommt da einiges an Gewicht zusammen. Und wenn sie erst mal eine Unwucht hat, kann man sie nicht mehr rollen.

Aber Martin Steinert hat da schon Erfahrungen gesammelt. „Ich habe im Jahr 2016 in Bochum schon mal eine sehr große Kugel gearbeitet. Sie hatte einen Durchmesser von über fünf Metern“, erklärt er. Das war ein Projekt der Christ-König-Kirche Bochum, „K.I.C.K - Kunst in Christ König“. Und so ähnlich soll die Kugel in Auersmacher auch aussehen. „Für die Grundstruktur brauche ich neue Hölzer. Und da die Kugel so groß wird, werden wohl auch noch weitere benötigt“, sagt er.

Martin Steinert freut sich schon auf das Projekt, das ab Mitte März stattfinden soll. „Dieses Plateau oberhalb von Auersmacher ist wunderschön. Man hat einen tollen Blick“. Allerdings hofft er auch, dass Corona den Zeitplan nicht weiter durcheinanderbringt. Denn obwohl Martin Steinerts große Skulpturen aus Holzlatten oft nur temporäre Projektarbeiten sind, sind sie sehr gefragt.

In diesem Sommer hat er – Corona zum Trotz – eine „wooden cloud“ in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, errichtet. Danach war eine seiner Installationen in Form eines Schiffs bei einem Skulpturenfestival in Prag zu sehen, die dort zum Stadtgespräch wurde. Auch das Fernsehen hat darüber berichtet.

Im kommenden Jahr stehen auch noch weitere Projekte zuerst in der Nähe von Würzburg, danach in Augsburg an. „Im Sommer werde ich dann wahrscheinlich eine ,wooden cloud’ in Dublin errichten können, wieder in Kooperation mit dem Goethe Institut“, sagt Steinert. Und danach ist ein interaktives Ausstellungsprojekt – diesmal wieder mit dem Saarbrücker Lichtkünstler François Schwamborn – geplant.

Der Zeitplan ist straff, daher sollten im Monat März Wetter, Corona und alle Planungen mitspielen. Denn nur unter dieser Voraussetzung kann Martin Steinert seine Auersmacher Dornenkrone zu einer riesigen Kugel transformieren, die danach in der Nähe des Wintringer Hofs ihre Heimat finden soll.
www.martinsteinert.net