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Egon Steffensky mag das Gärtnern und verschönert gern Bliesransbach

Serie Menschen im regionalverband : Garten-Könner lässt Bliesransbach aufblühen

Egon Steffensky züchtet sein Gemüse selbst. Und er verschönert mit Vereinsfreunden ein Dorf, das ihm am Herzen liegt.

Egal ob auf einer Brücke mitten in Bliesransbach, im eigenen Garten oder im Gewächshaus. Wenn es um das Gärtnern geht, dann ist Egon Steffensky in seinem Element. Er gehört seit mehr als 30 Jahren zum Obst- und Gartenbauverein Bliesransbach. Erst vor wenigen Wochen verschönerte Steffensky mit zwei weiteren Mitgliedern des Vereins eine Brücke am Ortseingang mit Geranien. Mehr als drei helfende Mitglieder ließen die Anti-Corona-Regeln nicht zu.

„Normalerweise wären wir bestimmt doppelt so viele Leute gewesen. Das Schmücken der Brücke ist eine schöne Tradition bei uns. Generell kann man sagen, dass wieder mehr junge Menschen den Weg in die Gartenbauvereine finden“, sagt der 81-Jährige und ergänzt: „Ich habe erst vor wenigen Tagen zwei Anmeldeformulare von zwei Menschen bekommen, die knapp über 20 Jahre alt sind. Die jungen Leute wollen wieder wissen, wie man Obst- und Gemüse anbaut und sie wollen ihre eigenen gesunden Produkte essen.“

In seinem Garten baut er viel Gemüse an. Auch die gängigsten Küchenkräuter sind dort zu finden. „Meine Frau und ich interessieren uns sehr für den Anbau des eigenen Gemüses und dessen Verarbeitung. Wir haben eine ganze Bibliothek zum Gartenbau. Auch das Tablet ist immer griffbereit, um im Internet nach Informationen zu suchen“, sagt der Hobbygärtner. Wenn es allerdings um die Tomaten geht, dann wird aus dem Hobbygärtner ein Profi.

Egon Steffensky wuchs quasi schon mit eigenem Garten auf und hat bis heute einen. Tomaten gab es in jedem Jahr. „Es gab natürlich eine Zeit, in der ich beruflich sehr eingebunden war, aber eine Verbindung zu meinem Garten hatte ich immer“, sagt der ehemalige Verkaufsleiter und präsentiert stolz eine kleine Auswahl seiner speziellen Tomaten.

„Das hier ist die dicke Olga von der Wolga und das hier die St. Marco aus Italien. Die essen wir nur mit ein bisschen Salz. Der Eigengeschmack dieser Tomaten ist einfach fantastisch“, erklärt der Bliesransbacher – der eigentlich gar kein Bliesransbacher ist. Geboren und aufgewachsen ist Egon Steffensky in Kleinblittersdorf.

Mittlerweile wohnt er im Weiler Bliesgersweilermühle zwischen Sitterswald und Bliesransbach. Und dieser Streifen Land gehört zu Auersmacher. „Ich habe zwar noch nie in Bliesransbach gelebt, aber ich fühle und denke wie ein Bliesransbacher. Ich bin dort auch im Angelverein und bei den Jägern. Meine Freunde sind aus Bliesransbach, und dort bin ich einfach am liebsten“, erklärt der 81-Jährige.

Seinen Erfolg bei der Tomatenzucht kann der Gärtner natürlich auch erklären, obwohl sein Grundstück nur einen Steinwurf von der Blies entfernt ist. „Durch die Nähe zur Blies haben wir hier überall eine sehr hohe Feuchtigkeit, was den Tomaten gar nicht schmeckt. Daher gelingen die besten Ergebnisse nur im Gewächshaus“, sagt Steffensky und packt noch ein paar Expertentipps aus. „Ich hole in jedem Frühjahr den Boden von den Maulwurfshaufen. Unter den Tomatenpflanzen vergrabe ich Brennnessel-Büschel als Nährstofflieferanten. Zum Düngen verwende ich nur den Schlamm aus meinem Teich“, sagt der 81-Jährige. Seit neun Jahren ist er der zweite Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Bliesransbach.

Er und viele andere Mitglieder haben zwar alle ihren eigenen Garten, doch die gemeinsame Zeit im Verein fehlt trotzdem. „Wir sind alle froh, wenn die Corona-Zeit vorbei ist. Wir mussten in diesem Jahr schon das Erntedankfest absagen. Im kommenden Jahr wird unser Verein 100 Jahre alt. Hoffentlich dürfen wir das groß feiern“, sagt Egon Steffensky.