Dörfer kämpfen um den Titel

Bliesransbach/Auersmacher · „Unser Dorf hat Zukunft“ – das finden sechs Dörfer im Regionalverband (RGV). Dafür zeigten Bürger gestern einer Jury die Sonnenseite ihrer Heimatorte. Heute Abend soll die Entscheidung für den RGV fallen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in diesem Jahr den 25. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gestartet. Dörfer mit bis zu 3000 Einwohnern können an dem Wettbewerb teilnehmen und ihre Zukunftssicherheit unter Beweis stellen. Aus dem Regionalverband Saarbrücken sind Bliesransbach, Auersmacher, Walpershofen, Röchlinghöhe, Lauterbach und Eiweiler am Start.

An der Oberen Saar wurden am gestrigen Mittwoch Bliesransbach und Auersmacher von einer 14-köpfigen Jury unter die Lupe genommen. Mehr als zwei Stunden verbrachte die Jury morgens zunächst in Bliesransbach. Ortsvorsteher Günter Lang und Stefan Klopp, der zweite Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, führten die Jury an die markantesten Punkte des Ortes.

Vor allem der von der Lebenshilfe Obere Saar betriebene Wintringer Hof und das Gut Hartungshof von Wolfgang Kessler hinterließen offenbar bleibende Eindrücke. "Beide Höfe sind, was Ackerbau und Viehzucht angeht, absolute Vorzeigehöfe. Zudem sind viel Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstanden. Das ist stark", sagte Jury-Mitglied Christian Schreiner.

Nach dem Besuch der großen Streuobstwiese ging es zu einem geschichtlichen Vortrag in den Bliesransbacher Dom. Er sozusagen ist das Wohnzimmer des Ortes, in dem viele Feste und Vereinsfeiern stattfinden. "So ein gemeinsamer Ort für alle ist sehr wichtig in einem Dorf. Es ist auch beeindruckend, wie sich Bliesransbach um die Sanierung des eigenen Ortes kümmert. Und nicht zuletzt durch die Glasfaser-Versorgung ist man für die Zukunft sehr gut aufgestellt", sagt Bernd Hoffmann .

Am Nachmittag fuhren die Jury-Mitglieder nach Auersmacher und wurden dort von 20 Bürgern inklusive der Erntekönigin empfangen. "Dass uns in Auersmacher wieder ganz viele Leute empfangen, hatte ich mir schon fast gedacht. Es ist einfach ein Zeichen für ein vitales Dorf", sagte Jury-Chef Sven Uhrhan. Nach Besuchen auf den Auersmacher Sportanlagen und am Kriegerdenkmal, das Auersmacher Bürger zurzeit in Eigenleistung erneuern, ging es zum Heimatmuseum im Alten Bauernhaus und zum Backhaus. Selbstverständlich bekam die Jury auch eine Kostprobe vom original Auersmacher Flammkuchen. "Den kenne ich noch vom Dorffest. Er ist schon erstaunlich, was Auersmacher mit seiner Dorfgemeinschaft alles auf die Beine stellte. Dafür ist das Dorf überall bekannt", sagte Bernd Hoffmann .

Zum Abschluss ging es in den Ruppertshofsaal. Er ist das Vorzeige-Projekt, was die Auersmacher Dorfgemeinschaft betrifft. Der Saal wurde für 140 000 Euro in dörflicher Eigenleistung erst in diesem Jahr erneuert. "Diese Geschichte ist einfach nur beeindruckend. Ich weiß nicht, ob es so etwas noch ein zweites Mal gibt", so Jörg Schwindling aus der Jury.

Insgesamt fiel das Jury-Urteil für alle sechs teilnehmenden Ortes sehr positiv aus. "Also man kann schon sagen, dass sich die Dörfer viele Gedanken machen, was ihre Zukunft angeht. Natürlich wurden uns heute viele Sonnenseiten vorgestellt, aber es wurden auch Probleme aufgezeigt. Das kam sehr sympathisch rüber. Es wird keine leichte Entscheidung, den Sieger zu ermitteln", so Sven Uhrhan abschließend. Am heutigen Donnerstag trifft sich die Jury am Abend im Saarbrücker Schloss, um den Regionalverbands-Sieger zu bestimmen. Dieser muss sich dann noch in diesem Jahr der saarlandweiten Konkurrenz stellen.

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