Der Umbau des Auersmachers Bahnhofes ruht seit bald zwei Jahren

Kostenpflichtiger Inhalt: Bau-Ärgernis : Nächster Halt: Baustelle Auersmacher

Der Umbau des Auersmacher Bahnhofs ruht seit bald zwei Jahren. Wer weitermacht – und wann – steht in den Sternen. Und selbst die schon erneuerten Bahnsteige sind nicht barrierefrei.

Im April 2017 begann die Deutsche Bahn (DB), den Haltepunkt Bahnhof Auersmacher umzubauen und zu modernisieren. Der Haltepunkt erhielt unter anderem neue Bahnsteige, neue Zugänge, ein Blindenleitsystem, eine neue Beleuchtungsanlage und zwei Unterstände gegen Wind und Wetter.

Noch immer aber stehen an den Bahnsteigen Baugitter herum, noch immer ist der Umbau nicht ganz fertig. Schon vor Jahresende 2017 stellte die DB die Bauarbeiten unvermittelt ein – und hat sie seitdem nicht wieder aufgenommen. Die Auersmacher Bürger scheint das jedoch wenig zu stören.

Beschwerden, sagt Stephan Strichertz, der Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf, zu der Auersmacher gehört, seien ihm noch nicht zu Ohren gekommen. „Der springende Punkt ist, dass der Bahnhof gar nicht stark frequentiert ist.“

Wer in Auersmacher wohne, fahre in aller Regel mit dem Bus nach Kleinblittersdorf, steige erst dort in die Saarbahn um und tue das Gleiche rückwärts. „Wenn Sie in Auersmacher aus der Saarbahn steigen, müssen Sie zu Fuß den Berg hochgehen, um nach Hause zu kommen, das sind dann schon viele Höhenmeter.“ An der zentralen Verknüpfungsstelle in Kleinblittersdorf hingegen gelange man mit dem Ringbus 147 bequem in alle Ortsteile und mit dem Biosphärenbus bis nach Homburg. Aus Sicht der Gemeinde hätte die Deutsche Bahn den Haltepunkt Auersmacher daher gar nicht unbedingt umbauen müssen.

Aber da die Bahn angeboten habe, zusammen mit dem Haltepunkt Hanweiler auch den in Auersmacher zu modernisieren, habe man sie nicht bremsen wollen, sagt Strichertz.

Trotzdem wüsste die Gemeinde natürlich gern, warum die Bauarbeiten nicht weitergehen und wann mit der Fertigstellung gerechnet werden kann. Doch alle Anfragen bei der DB seien bisher vergeblich gewesen, sagt Strichertz: „Sie kriegen keine Antwort. Die Personen, die in der Verantwortung sind, tauchen komplett ab, die lassen uns praktisch im Dunkeln stehen. Das ist natürlich unschön und wenig hilfreich.“

Nach „mühsamen Recherchen“ sei man dann darauf gestoßen, dass der beauftragte Bauunternehmer offenbar insolvent geworden war, sagt der Bürgermeister.

Auch in ihrer knappen Antwort auf eine schriftliche Anfrage der SZ hält sich die DB ziemlich bedeckt. „Im Zuge eines vorübergehenden Baustopps konnten ausstehende Restarbeiten wie zum Beispiel die Installation eines Stahlgeländers oder erforderliche Tiefbauarbeiten nicht abgeschlossen werden. Wir sind derzeit bemüht, die ausstehenden Bauleistungen durch eine Neuvergabe möglichst zeitnah zu erfüllen“, teilt die DB-Pressestelle  mit.

An eine „zeitnahe“ Fertigstellung aber mag Bürgermeister Strichertz nicht glauben. Zum einen lasse sich aus der Formulierung nicht erkennen, in welcher Phase des Ausschreibungsverfahrens die Bahn sich befinde. Zum anderen werde sie Mühe haben, ein Unternehmen zu finden, das Interesse hat, die Restarbeiten zu übernehmen.

Abgesehen von der offenen Frage nach der Fertigstellung gibt es am Haltepunkt Auersmacher noch ein zweites Problem: Die neuen Bahnsteige erlauben kein barrierefreies Einsteigen in die Saarbahn. Man habe die Bahnsteigkante „regelkonform“ unter Berücksichtigung verkehrender Güterzüge gebaut, betont die DB-Pressestelle. Ab und zu fahren noch Güterzüge der Kalkgrube Auersmacher vorbei.

Beim Versuch, von der schon erneuerten Bahnsteigkante in die Saarbahn zu gelangen, blieb der Rollator hängen. Die Vorderräder verschwanden komplett in dem Spalt zwischen Kante und Einstiegsbrett. Foto: Heiko Lehmann

Für die Kunden der Saarbahn, die dort hält, bedeutet das aber, dass sie zwischen Bahnsteigkante und Trittbrett der Saarbahn einen zehn Zentimeter breiten Spalt zu überwinden haben. Maximal fünf Zentimeter dürfte der Abstand betragen, um ein gefahrloses Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, sagt der Behindertenbeauftragte des Regionalverbandes, Rudolf Leidisch. Es werde mit der Saarbahn eine Lösung angestrebt, lautet die knappe Auskunft der DB.