Das Auersmacher Osterfeuer gewinnt im zweiten Jahr noch an Beliebtheit

Osterbrauch : Osterfeuer-Fangemeinde wächst deutlich

Nach der Premiere 2018 kamen jetzt noch mehr Männer, Frauen und Kinder zum heißen Spektakel. Um die 800 dürften dort gewesen sein. Zwei Besucher hatten es besonders weit.

Eine der schönsten Ostergeschichten kommt in diesem Jahr aus Auersmacher. Dort gab es am Samstag das zweite Osterfeuer. Es könnte ein Brauch werden. Magnetwirkung hat das Fest bereits. Im vergangenen Jahr kamen bei Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen etwa 400 Besucher. In diesem Jahr waren es bei Sommerwetter vom Feinsten zwischen 700 und 800 Menschen. Zu ihnen gehörten Lilli Langen und Alex Tusch. Die beiden leben in Österreich.

Lilli Langen ist gebürtige Saarbrückerin. Doch ihre Heimat ist seit 21 Jahren der Wörthersee. In dieser Zeit hat sie die Tradition des Osterfeuers richtig lieben gelernt. „Wir machen an Ostern in Kärnten immer beim Osterfeuer mit. In unserer Region gibt es diese Feuer fast überall. Das hat dort eine ganz große Tradition“, sagte Langen. Ein Ostern ohne Feuer kann sie sich nicht mehr vorstellen.

Deshalb war sie in den vergangenen Wochen besonders nervös, da sie über Ostern ihre Schwester im französischen Saargemünd besuchen wollte. Saargemünd ist von Auersmacher etwa zwei Kilometer entfernt. Die Schwester hatte schon signalisiert, dass es bei ihr in der Region gar keine Osterfeuer gibt.

Also musste die schockierte Lilli die Suchmaschinen im Internet bemühen und war in Österreich aus dem Häuschen, als sie auf das Auersmacher Osterfeuer – sozusagen fast neben Saargemünd – stieß. So gab es für die beiden Österreicher ein unerwartetes Oster-Happyend. „Es ist so toll hier. Die Menschen sind sehr nett, und wir haben unser Osterfeuer doch noch bekommen“, freute sich Lilli Langen, die mit Alex Tusch bei der Fackelwanderung auf das Auersmacher Feld mitmachte und danach bis spät in die Abendstunden am Feuer blieb.

„Die Aussicht hier ist der Wahnsinn. In Österreich können wir meistens nur bis zum nächsten Berg gucken. Das ist zwar auch sehr schön, aber das hier ist etwas ganz anderes“, sagte Alex Tusch, der Ur-Österreicher, der sich mit seiner Wahl-Österreicherin an Ostern in die Landschaft an der Oberen Saar verliebt hat.

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