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Schadstoffmessungen
Bürger fordern größere Schadstoffsuche

Kleinblittersdorf. VON HEIKO LEHMANN

Vertreter der Interessengemeinschaft Kleinblittersdorf begrüßen die von Bürgermeister Stephan Strichertz und dem saarländischen Umweltministerium veranlassten Schadstoffmessungen in der Gemeinde.


Eine reine Fokussierung auf Aluminium sei hier allerdings nicht ausreichend, erklärt Nico Uhl von der Interessengemeinschaft. „Wir beobachten seit Jahren und täglich Rauch-Emissionen an den Hallen der Fonderie Lorraine, die auf Bildern und Filmen festgehalten sind. Diese Bilder und ein Schreiben mit unseren Fragen liegen den zuständigen Behörden vor“, sagte Uhl.

Bürgermeister Strichertz trifft sich am kommenden Montag mit Vertretern des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz, um über den Beginn und den Umfang der Messungen zu sprechen, und dabei sollen auch die Fragen der Bürger zur Sprache kommen.

Darüber hinaus sollte ein von der Gemeindeverwaltung beauftragtes Institut unmittelbar nach Ostern Proben in öffentlichen Gewässern in der Gemeinde entnehmen und analysieren. Diese Proben-Entnahmen wurden wegen Erkrankungen von Mitarbeitern allerdings auf kommende Woche verschoben.

Eine Bürgerin aus Kleinblittersdorf berichtete im vergangenen Gemeinderat von Gewässerproben aus einem Feuchtbiotop im Kleinblittersdorfer Wald, die den Aluminium-Grenzwert um das Dreifache überschreiten. Zudem sagt die Interessengemeinschaft, das Unternehmen verwende für sein  Aluminium-Druckgussverfahren Trennmittel aus unterschiedlichen chemischen Verbindungen. Auch müsse geklärt werden, welche Stoffe das Werk bei der Nachbearbeitung der Gussteile freisetzt.



„Trotz Anfrage bei den Behörden konnte uns noch niemand sagen, welche Inhaltsstoffe hier verwendet und emittiert werden. Um Schadstoffmessungen vornehmen zu können, wäre es aus unserer Sicht überaus wichtig zu wissen, was hier verarbeitet und emittiert wird“, sagt Nico Uhl.

Noch in diesem Monat will das saarländische Umweltministerium mit groß angelegten Messungen in der Gemeinde Kleinblittersdorf beginnen. Diese sollen ein Jahr dauern und Boden, Wasser und Luft umfassen. „Ich unterstelle dem Ministerium und den Instituten einfach mal Fachkompetenz und gehe davon aus, dass uns diese Messungen weiterbringen werden. Nur diese langfristig angelegte Messung wird uns verlässliche Werte erbringen. Bis wir die ersten Werte haben, dürfte es etwa Anfang Mai werden“, sagt Bürgermeister Strichertz, der nach Rücksprache mit Experten dreifach erhöhte Aluminium-Werte für nicht beunruhigend erklärt.