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Bürger-Fleiß rettet das Freibad in Kleinblittersdorf

Kleinblittersdorf : Bürger-Fleiß rettet das Freibad

Nach der Chaos-Saison 2015 möbelten Kleinblittersdorfer die Anlage auf. Das Ergebnis ist ein Grund zum Feiern.

Die malerische Aussicht reicht von diesem Idyll bis weit nach Frankreich. Blumen blühnen. Auf dem kräftig grünen gemähten Rasen spenden Bäume Schatten. Und von der Liegewiese geht es auf einen Sprung ins Wasser zur idealen Abkühlung in malerischer Umgebung. Das Kleinblittersdorfer Freibad hat in den vergangenen drei Jahren sein Aschenputtel-Dasein hinter sich gelassen.

Blick zurück: In der Saison 2015 waren während der Öffnungszeiten immer wieder Teile des Beckenrandes abgebrochen. Das verhagelte die Saisonbilanz, musste das Bad doch über Wochen schließen. Fachleute stellen fest, dass der Beckenrand im Nichtschwimmer-, im Schwimmer- und im Sprungbecken marode war. Jetzt begann eine politische Debatte über die Zukunft des Bades. Schon gab es Gerüchte, die Anlage werde wie schon das Hallenbad wenige Jahre zuvor dichtgemacht. Doch es sollten nur Gerüchte bleiben.

Zwar blieb das Bad 2016 geschlossen, doch nur, um ab jenem Jahr eine vom Gemeinderat beschlossene und auf mehrere Jahre angelegte Renovierung zu beginnen. 2017 öffnete das Bad wieder.  Für 140 000 Euro wurden die Beckenränder in Angriff genommen und bis auf ein kleines Stück bereits neu aufgebaut. „Wir hätten das letzte Teilstück in diesem Jahr noch fertigstellen können, aber dann hätten wir erst im Juni statt im Mai eröffnen können, und das wollten wir nicht. Das letzte Stück wird nach der Saison erneuert“, erklärt Manfred Rohrbacher, der Betriebsleiter des Kleinblittersdorfer Freibades. Der Sprungturm mit einen Einmeter- und einem Dreimeterbrett wurde erneuert und die Warmwasserduschen bei den Männern und Frauen wurden renoviert und erweitert. Eine Beachvolleyball-Analge wurde installiert. Aus einer veralteten Chorgasanlage zur Wasserreinigung wurde eine moderne Chlorgranulatanlage. Auch die Mess- und Regelungsanlage des Bades ist neu und entspricht den höchsten Anforderungen. Durch diese Anlage sind wir top-aufgestellt und haben zu jeder Zeit über alles die Kontrolle. Das Bad ist mittlerweile in einem extrem guten Zustand“, so Manfred Rohbacher, der bereits seit 28 Jahren im Kleinblittersdorfer Freibad arbeitet.  Die Ursachen für das hübsche Drumherum im Bad ist der Förderverein für das Freibad. Ursprünglich wurde der Verein zur Rettung des Hallenbades gegründet.

Da das Hallenbad allerdings nicht mehr zu retten war, investierte der Verein seine ganze Kraft in das Freibad. Blumen, Bäume und Sträucher wurden gepflanzt. Umkleidekabinen und Betonplätze angestrichen. Etwa 80 Mitglieder des Vereins geben seit Jahren Vollgas. Die Ostereiersuche für Kinder wurde eingeführt und über Kontakte zum Kleinblittersdorfer Kneippverein werden nun regelmäßig Aqua-Zumba und Aqua-Jogging-Kurse angeboten.

Auch der Tauchsportclub Saarlorlux ist regelmäßig im Bad und bietet Schnuppertauchen an. „Es ist wirklich richtig viel in den vergangenen Jahren passiert.  Es ist einfach wieder ein Genuss in unser schönes Bad zu gehen und zu schwimmen oder den Leuten zu zuschauen, wie sie bei uns Spaß haben“, sagt Ulrike Niederländer, die Vorsitzende des Fördervereins, der am kommenden Samstag auch das große Sommerfest im Schwimmbad organisiert.

Um 11 Uhr geht’s los mit  Aqua-Zumba und Aqua-Jogging, Kanufahren im Schwimmbad, Boule, Turnen und Tanzen und vielem mehr für alt und jung. Vereine aus der Umgebung und von weiter her machen mit. Durch die Einnahmen des Vereins und Sponsorengeldern konnte auch eine neue Attraktivität angeschafft werden. An diesem Donnerstag wird eine Rutsche für das Nichtschwimmerbecken installiert. „Was der Förderverein in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat, ist wirklich beeindruckend. Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Verein und Gemeindeverwaltung“, lobt Bürgermeister Stephan Strichertz das Bad.

 Betriebsleiter Manfred Rohrbacher zeigt einen wichtigen Teil, der den Badbesuchern verborgen bleibt, die neue Mess- und Regelanlage.
Betriebsleiter Manfred Rohrbacher zeigt einen wichtigen Teil, der den Badbesuchern verborgen bleibt, die neue Mess- und Regelanlage.

Eine ganz große Investition steht der Gemeinde in den kommenden Jahren noch bevor – die neue Filteranlage. Diese kann ohne Probleme 500 000 Euro kosten oder sogar noch deutlich mehr, wenn man eine Anlage kauft, dass auch Wasser erwärmen kann. „Wir wissen dass diese Investition bevorsteht. Wenn wir in dieser Richtung etwas unternehmen, werden wir es vermelden“, so Stephan Strichertz weiter.