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Unwetter
Der SC Blies plant jetzt einen echten Rasen

Das Unwetter im Sommer hat den Kunstrasen in Bliesransbach komplett verwüstet. Nun soll ein Naturrasen her.
Das Unwetter im Sommer hat den Kunstrasen in Bliesransbach komplett verwüstet. Nun soll ein Naturrasen her. FOTO: Heiko Lehmann
Bliesransbach. Dank vieler Spenden und Geld vom Land kann in Bliesransbach im nächsten Jahr wohl wieder Fußball gespielt werden. Von Heiko Lehmann

Die Erleichterung beim Fußballverein SC Blies Bliesransbach ist förmlich greifbar. Beim Gedanken an die vergangenen Monate muss der Vorsitzende Michael Becker kräftig durchatmen. „Es war haarscharf. Es sah zeitweise so aus, als könne in Bliesransbach nie wieder Fußball gespielt werden“, sagt Becker. Beim Jahrhundert-Hochwasser am 1. Juni rauschten die Wassermassen wie ein Fluss über den Kunstrasen, kamen dabei unter die Rasendecke und zerstörten den Platz komplett. „Ein neuer Kunstrasen kostet 580 000 Euro. Wir standen vor dem Aus und wussten nicht weiter“, so der Vorsitzende.


Was danach kam, war eine Welle der Hilfe, die noch viel größer war, als die des Wassers. Viele Vereine spendeten dem SC Blies Geld oder boten ihm wie der SV Bübingen einen Ausweichplatz an. „Diese Hilfe war einfach sagenhaft, aber um einen neuen Kunstrasen zu bauen, reichte es bei weitem nicht“, so Michael Becker. In Absprache mit der Landesregierung und der Sportplanungskommission erarbeitete der SC Blies ein neues Naturrasen-Model, das „nur“ 350 000 Euro kostet. Mit sehr großer finanzieller Unterstützung des Landes und der Sportplanungskommission ist dieses Projekt nun realisierbar. Allerdings muss der Verein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vorsorgemaßnahmen treffen, damit ein neues Unwetter keine großen Schäden auf dem Platz mehr anrichten kann.

Die neueste Planung sieht ein Regenauffangbecken hinter dem Sportplatz vor, wobei in dem Becken große Steine platziert werden, um die Energie aus dem heran rauschenden Wasser aufzunehmen. Zudem soll der Einlauf von zwei Abflussrohren, die unter dem Platz durchlaufen, vergrößert werden. Oberirdisch soll das Wasser auch durch einen Bachlauf am Platz vorbei geleitet werden können. „Dazu werden wir einen Graben bauen. Der Naturrasen wird etwa vier Meter schmaler als der alte Kunstrasen, damit wir Platz für diesen Graben haben. Sollte trotz der ganzen Maßnahmen immer noch Wasser über den Platz laufen, ist es zum einen entschleunigt und zum anderen kann das Wasser ja nicht mehr unter den Platz wie bei einem Kunstrasen“, erklärt der Vereinsvorsitzende.



Derzeit  ist der Verein mit der Ausschreibung für den neuen Rasen beschäftigt. Sobald im kommenden Jahr das Wetter wieder besser wird, soll der Naturrasen gebaut werden. „Es wird die modernste Generation von Naturrasen, auf dem man zehn Monate im Jahr auch bei schlechtem Wetter spielen kann. Zudem haben wir beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz einen Antrag für einen Brunnen gestellt, den wir zur Platzbewässerung bauen möchten“, berichtet Michael Becker von den Plänen.

Wenn alles nach Plan läuft, wird zu Beginn der kommenden Saison in Bliesransbach wieder Fußball gespielt. Und das ist auch dringend notwendig. Seit Juni trägt der Verein seine Spiele in Bübingen aus. „Da kommen natürlich viel weniger Zuschauer als bei Heimspielen im Ort. Dementsprechend haben wir auch deutlich weniger Einnahmen. Wir haben Geld, um diese Saison noch zu finanzieren, danach müssen wir wieder in Bliesransbach spielen, sonst wird es eng. Wichtig ist aber, dass es in Bliesransbach wieder Fußball geben wird“, sagt Michael Becker und atmet erneut vor Erleichterung tief durch.

Vereinsvorsitzender Michael Becker
Vereinsvorsitzender Michael Becker FOTO: Heiko Lehmann