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Benjamin Bresch ist mit SV Auersmacher in der Fußball-Saarlandliga top

SV Auersmacher : Er hätte so gerne auch in der Halle geknipst

Neun Tore in sieben Einsätzen: Benjamin Bresch ist ein Knipser. Er peilt mit Fußball-Saarlandligist SV Auersmacher die Oberliga an – und hatte sich auf das Hallenmasters gefreut. Denn in seiner Heimat Luxemburg wird nur Futsal gespielt.

Acht Spiele, 34 Tore, Tabellenführer in der Fußball-Saarlandliga – der SV Auersmacher ist perfekt in die Saison gestartet. Dann kam die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie. „Wir haben nur einmal Unentschieden gespielt und ansonsten alles gewonnen. Ich bin auch sehr überrascht von der Dominanz. Aber ich muss sagen, dass wir zurecht ganz oben stehen. Diese Wucht im Spiel nach vorne, die wir an den Tag legen, habe ich so noch nicht erlebt“, sagt Benjamin Bresch.

Der 24-Jährige ist vor der Saison vom Ost-Landesligisten Spvgg. Einöd-Ingweiler zum SV Auersmacher gekommen – und schnappte sich in der starken Offensive seines neuen Vereins einen Stammplatz. In sieben Einsätzen hat der Stürmer neun Tore erzielt. Und das, obwohl der aktive Fußball vor vier Jahren eigentlich von seiner Bildfläche verschwunden war. „Ich bin aus Luxemburg nach Homburg gezogen, da ich im Saarland ein Sportökonomie-Studium begonnen habe. Fußball spielen stand gar nicht mehr im Vordergrund“, sagt der frühere Luxemburger Jugend-Nationalspieler.

Bresch hat in der Jugend nur beim FF Norden 02 Weiswampach-Hüpperdingen gespielt. In seinem Heimatverein ist sein Vater immer noch Präsident. Für den Club war er auch schon in der zweiten luxemburgischen Liga aktiv. „Die besten Vereine der Saarlandliga könnten in der zweiten Liga in Luxemburg spielen. Dem SV Auersmacher traue ich mit seiner aktuellen Mannschaft sogar die erste Liga zu – allerdings nur im hinteren Bereich, ganz vorne sind die Profi-Mannschaften in Luxemburg schon richtig stark“, sagt er.

Im dualen Studium im Saarland hat er in einem Fitness-Studio in Homburg gearbeitet und dort 2016 durch Zufall den Co-Trainer der Spvgg. Einöd-Ingweiler, Peter Heuser, kennengelernt. Der Landesligist verpflichtete Bresch, ohne ihn spielen gesehen zu haben. Sie kauften die Katze im Sack, die sich als Tiger entpuppte. Bresch schoss in seiner ersten Saison in 27 Landesliga-Spielen 62 Tore.

Eine Marke, die auch Auersmachers Trainer Jan Berger auffiel. Er suchte den Kontakt zu dem Torjäger und schaffte es vor dieser Saison, den 24-Jährigen zum Saarlandligisten zu holen. „Ich wollte ihn unbedingt haben, denn er passt genau zu unserem Spiel. Das zeigt sich jetzt auch“, sagt Berger. Und ergänzt: „Wir haben die beste Mannschaft der Saarlandliga und stehen zurecht oben.“ Bresch sieht das genau so: „Das hört sich vielleicht komisch an, aber wir hätten in den acht Spielen sogar noch mehr Tore schießen müssen. Wir haben viel zu viele Chancen vergeben.“

Durch die Corona-Pause haben Bresch und seine Mannschaftskameraden zur Zeit nur die Chance, sich per Individualtraining fit zu halten. Wann es weitergeht, ist offen. Ein klares Ziel hat der Stürmer: „Wir wollen in die Oberliga aufsteigen. Das Zeug dazu haben wir. Es ist sehr schade, dass die Saison unterbrochen wurde, als wir auf einen Topniveau waren.“ Der 24-Jährige ergänzt: „Ich persönlich glaube, dass sich die Unterbrechung noch mindestens bis in den März ziehen wird, bis es – hoffentlich – wieder wärmer wird. Ob wir dann noch eine komplette Saison zu Ende spielen können, mag ich zu bezweifeln.“

Wegen der Corona-Krise wurde die Hallensaison komplett abgesagt. Bresch hätte gerne bei der Hallenmasters-Serie gespielt. „Ich weiß, welchen Stellenwert der Hallenfußball im Saarland hat und wie stark der SV Auersmacher immer in der Halle ist. Ich hätte da gerne mal mitgemacht. In Luxemburg gab es ja nur Futsal auf Handball-Tore“, sagt der Luxemburger, der in Österreich geboren wurden.

www.sv-auersmacher.de