Bald rollen die Betten zur Therme

Ein Hotel ist im Rilchinger Kurpark nach wie vor nicht in Sicht. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in wenigen Tagen dagegen schon. Nach mehrmonatiger Verzögerung nimmt der Wohnmobilpark vor Pfingsten provisorisch den Betrieb auf. Doch er wird bis zu 750 000 Euro teurer als geplant.

Der seit Monaten stillgelegte Kurpark-Brunnen soll bald wieder sprudeln. Foto: heiko Lehmann. Foto: heiko Lehmann

In einer Woche hat das lange Warten ein Ende. Dann geht der Wohnmobilstellplatz an der Saarland-Therme in Betrieb. Die St. Ingberterinnen Angela Heyd und Ariane Müller haben den Platz im Rilchinger Kurgebiet für mindestens zehn Jahre gepachtet und einen entsprechenden Vertrag mit dem Geländeeigentümer, der Saarland Thermen Resort Rilchingen (STRR). Die Unternehmerinnen erwarten auf den 61 Stellplätzen Gäste aus ganz Deutschland und den Nachbarländern und bieten damit die ersten Übernachtungsmöglichkeiten an der Therme. Angela Heyd und die STRR gehen von etwa 20 000 Übernachtungen im Jahr aus.

Zum Hotelbau ist nichts Neues zu vermelden. Aber es gibt, wie Heinz-Peter Klein, einer der beiden STRR-Geschäftsführer, sagt, immer wieder Anfragen von Projektentwicklern.

Der neue Stellplatz hat es in einen Reiseführer mit den nach Verlagsangaben 90 besten Wohnmobil-Anlagen Deutschlands geschafft. Dort und auf der Homepage der Anlage sind die Daten für die Navis zu finden. Nicht fertig ist an Pfingsten das 100 Quadratmeter große Empfangsgebäude mit Rezeption und Toiletten.

Alles andere, ob Wasser, Strom oder Entsorgungsmöglichkeiten für die Bordtoiletten, habe der Platz schon.

Unerwartete Schwierigkeiten mit dem Untergrund haben den Betriebsbeginn um Monate verzögert. Das Gelände sollte ursprünglich Ende 2014 fertig sein. Zusätzliche Arbeiten und der "Einbau" weiterer Erdmassen erhöhen die Kosten um 700 000 bis 750 000 Euro. Nun kostet der Platz also 1,8 bis 1,9 Millionen Euro. Die Mehrkosten tragen zum einen die Gesellschafter der STRR öffentliche Projektgesellschaft, zum anderen die Betreiberinnen über eine höhere Pacht. Außerdem gelang es der STRR, einen höheren Zuschuss aus dem EU-Förderprogramm EFRE einzuwerben. Eine Alternative zur Fertigstellung sieht Klein nicht. "Niemandem wäre damit gedient, wenn wir nach all den Vorarbeiten einen nicht nutzbaren Platz hätten." Einfach abfinden könne und dürfe sich die STRR wegen ihrer öffentlichen Gesellschafter Landesentwicklungsgesellschaft, Regionalverband, Gemeinde Kleinblittersdorf und Region Saargemünd nicht mit dem Kostenschub. "Wir als Gesellschaft lassen juristisch prüfen, ob es Regressansprüche gibt."

Die Wohnmobil-Reisenden dürfte in erster Linie interessieren, dass sie ab dem Pfingstwochenende anreisen können. Ein Hingucker auf dem Thermenvorplatz dürfte dann auch in Betrieb sein. Klein kündigt an, dass der seit Monaten stillgelegte Brunnen nach Wartungsarbeiten wieder sprudeln wird.

womopark-saar.de