Angst in Kleinblittersdorf wegen Staub vom Aluminiumwerk

Ärger um Aluminiumwerk : Staub aus Lothringen: Saar-Ministerium gibt Entwarnung

Das saarländische Umweltministerium hat am Donnerstag die ersten Zwischenergebnisse der Messungen des Staubniederschlages in der Gemeinde Kleinblittersdorf veröffentlicht. Von April bis Oktober wurde eine im Vergleich zum gesamten Saarland unterdurchschnittliche Staubbelastung für die Gemeinde festgestellt.

Die bei Aluminium gemessene Belastung liege bei etwa 20 Prozent des Mittelwertes anderer Staubniederschlagsmessstellen des Saar-Immissionsmessnetzes Immesa. Das teilte das Ministerium mit.

In Kleinblittersdorf werden die Messungen in den Ortsteilen Kleinblittersdorf und Auersmacher durchgeführt. Insgesamt dauern die Messungen ein Jahr. Im vergangenen Jahr haben sich Bürger  wegen eines unerträglichen Lärms und starker Geruchsbelastung durch das Aluminiumwerk im französischen Großblittersdorf beschwert.

„Zunächst sind wir sehr froh über die Ergebnisse und dass es keine kritischen Werte für unsere Gemeinde gibt. Aber das kann noch nicht das Ende sein. Viele Bürger fühlen sich immer noch belästigt“, sagt die erste Beigeordnete der Gemeinde Kleinblittersdorf, Erika Heit, während der Sitzung des Gemeinderates. Auch Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Kleinblittersdorf waren da. Sie nahmen die positiven Messergebnisse zwar zur Kenntnis, äußerten aber Bedenken. „Wir hatten einen extrem trockenen Sommer, und zudem hatten wir ausschließlich Nordost-Wind. Der Wind wehte daher nach Frankreich und nicht wie üblich nach Kleinblittersdorf“, sagte Ulrich Thalhofer von der IG und fügte hinzu: „Wir hätten gerne Klarheit, was genau aus dem Schornstein und aus den Dachluken des Werkes in Großblittersdorf herauskommt. Und das geht nur durch Messungen vor Ort am Werk“, forderte Thalhofer.

Für eine Bürgerin ändern die Ergebnisse nichts an ihrer Wahrnehmung und an ihren Sinnen. „Es stinkt einfach immer noch, und es ist extrem laut. Wir konnten uns im Sommer kaum in unserem Garten aufhalten“, berichtete sie.

Was die Messungen vor Ort angeht, meldete sich am Donnerstag  auch das deutsche Unternehmen Voit-Automotive mit einer Presseerklärung. Die Fonderie Lorraine, die das Aluminiumwerk in Großblittersdorf betreibt, ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Voit und des ebenfalls deutschen Unternehmens ZF. „Wir lassen zweimal pro Jahr durch das Unternehmen Dekra die Emissionen aus unserem Schornstein und aus den Dachluken messen. Wir sind extrem weit unter den Grenzwerten. Auf freiwilliger Basis wurden bereits im Dezember 2015 rund 900 000 Euro in eine Filteranlage zur Reduzierung von Partikeln investiert und in den vergangenen Jahren weitere 50 000 Euro in Maßnahmen zur weiteren Reduzierung von Geräuschen“, erklärte das Unternehmen Voit. Es beabsichtige, die Dekra-Messergebnisse zu veröffentlichen. Die Messungen des Staubniederschlages durch das Umweltministerium dauern in Kleinblittersdorf noch bis April.

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