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Klaus Kirch engagiert sich für die Geschichtswerkstatt in Dudweiler.

Heimatforschung in Dudweiler : Begeisterung für die Geschichtswerkstatt

Klaus Kirch engagiert sich als Heimatforscher für die Arbeitsgruppe und kümmert sich um deren Internetauftritt.

Die Geschichtswerkstatt in Dudweiler hat ein klares Ziel: „Wir kümmern uns um die langjährige Geschichte von Dudweiler und schreiben sie auf, damit sie nicht vergessen wird.“ Dieser Leitspruch begrüßt auch die Besucher von deren Internetseite.

Inzwischen haben die Heimatforscher 16 Bände mit historischen Beiträgen veröffentlicht. Die Themen reichen vom Bergbau über die Straßennamen bis hin zu den Friedhöfen und Schulen in Dudweiler. Klaus Kirch ist einer der Autoren. Er engagiert sich bereits seit neun Jahren in dem 1988 gegründeten Arbeitskreis der Volkshochschule Saarbrücken.

„Ich habe mich schon immer für meinen Ort interessiert“, erzählt der 74-Jährige. Er ist in Dudweiler geboren und aufgewachsen. Die Aufgaben von Kirch und seine Kollegen liegen in der Recherche in Archiven und dem Befragen von Zeitzeugen. In normalen Zeiten treffen sich die zehn Werkstattmitglieder einmal im Monat, auch zwei Studenten gehören zum Team. Die meisten der Dudweiler Heimatkundler sind aber über 70 Jahre alt.

Dennoch, Berührungsängste mit den modernen Medien haben sie nicht. Klaus Kirch und Reinhard Jakobs kümmern sich zusammen um den Internetauftritt der Geschichtswerkstatt. So können von der Homepage Fachartikel runtergeladen werden. Auch auf Facebook sind die Hobbyhistoriker aktiv unterwegs.

Mittlerweile hat die Dudweiler Geschichtswerkstatt zudem einen eigenen Artikel in Wikipedia. „Es hat einige Zeit gedauert“, sagt Kirch mit Blick auf das Enzyklopädie-Projekt. An dem Online-Lexikon kann zwar jeder mitschreiben. Das heißt aber nicht, dass sich auch jeder vorstellen darf. Vereine und ähnliche Organisationen werden nur aufgenommen, wenn sie von überregionaler Bedeutung sind, mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben oder auf eine besondere Tradition oder viele Mitglieder verweisen können. Erst beim zweiten Versuch einen Eintrag für die Geschichtswerkstatt in Dudweiler zu verfassen, erhielt die Arbeitsgruppe grünes Licht, erzählt der Pensionär.

Mehrere Anläufe brauchte Kirch auch, bis er in seiner Jugend den richtigen Beruf gefunden hatte. Das Aufbaugymnasium verließ er nach der mittleren Reife. „Ich wollte nicht mehr lernen“, erinnert sich Kirch. Er beschloss, Starkstromelektriker zu werden. Die Ausbildung gefiel ihm. Aber 40 Jahre in dem Job arbeiten? Nein, das konnte sich der junge Mann nicht vorstellen. Also drückte er doch wieder die Schulbank. Auf dem zweiten Bildungsweg machte er das Abitur, studierte und wurde Berufsschullehrer für Elektrotechnik.

Viele Jahre unterrichtete er jugendliche Straftäter im Gefängnis, später lehrte er im Berufsschulzentrum in St. Ingbert. „Die Schüler waren motiviert“, betont Kirch. Der Pädagoge hatte immer ein offenes Ohr, die Schüler vertrauten ihm. Natürlich sorgten auch die äußeren Umstände dafür, dass es keine Probleme mit der Anwesenheit gab: Im Gefängnis ist es schwierig, blau zu machen. Und im Unterricht lernen ist allemal spannender als in der Zelle Däumchen zu drehen. „Ich habe mich schon immer sozial engagiert“, erzählt Kirch. Bereits in jungen Jahren war der Katholik in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv.

Nach der Pensionierung arbeitete er noch einige Stunden in der Woche bei einem privaten Bildungsträger. Als er vor acht Jahren erstmals Opa wurde, hat er den Lehrerberuf endgültig an den Nagel gehängt. Seitdem bleibt mehr Zeit für die Hobbys. Kirch forscht in der Geschichtswerkstatt, spielt mit den Enkelkindern und tritt oft in die Pedale. Sein Tourenrad hat er zum E-Bike aufgerüstet. Außerdem arbeitet er gerne im Garten. Und natürlich achtet Kirch darauf, dass der Wikipedia-Artikel der Dudweiler Geschichtswerkstatt nicht verstaubt. Der Beitrag wird immer wieder aktualisiert.