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Kindertagespfleger schreiben Brandbrief an den Regionalverband

Brandbrief : Hilferuf aus der Kindertagespflege geht an den Regionalverband

Tagesmütter und -väter schicken einen „Hilferuf“ an die Verantwortlichen und politischen Entscheidungsträger. Sie fühlen sich in der Krise vergessen.

In einem offenen Brief haben sich Kindertagespflegepersonen im Regionalverband an die Politik gewandt. Darin fordern Tagesmütter und -väter von den verantwortlichen Stellen mehr Anerkennung  für ihre Arbeit „an vorderster Front“ sowie mehr Fürsorge auch in Form von finanzieller Unterstützung.

Sie kritisieren unter anderem, dass sie anders als etwa Erzieherinnen und Erzieher keinen Anspruch auf eine frühzeitige Corona-Impfung hätten und oft nicht früh genug über neue Maßnahmen und Verordnungen informiert würden.

Die Tagespflegepersonen appellieren an die Verantwortlichen im Regionalverband zu regeln, dass sie zum Schutz der eigenen Familien künftig ausschließlich Notfälle betreuen müssen. Eltern, deren Kinder normalerweise in die Tagespflege gehen, sollten wie auch in den Kitas üblich ihre Beiträge erstattet werden, wenn sie ihre Kinder lieber zu Hause betreuen wollen. Wer als Tagesmutter oder -vater seine eigenen Kinder zu Hause betreuen wolle, brauche Unterstützung, wenn er deshalb nicht weiter alle Tageskinder betreuen kann. Für freigehaltene Plätze fordern die Tagespflegepersonen eine 100-prozentige finanzielle Unterstützung, damit sie keine neuen Kinder mehr eingewöhnen müssen. Tagespflegepersonen arbeiten anders als Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Kindergärten selbstständig. Die Kindertagespflege beruht auf Verträgen zwischen den Eltern und den Tagesmüttern und -vätern. Im Frühjahr hatte der Regionalverband vorübergehend diverse Unterstützungsmaßnahmen für die Kindertagespflege angeboten. So wurde eine Pauschale von 75 Prozent des Pflegegeldes vom Jugendamt gezahlt, wenn eine Tagespflegestelle schließen musste, weil die Pflegeperson oder ein Angehöriger einer Corona-Risikogruppe angehörte.