Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:39 Uhr

Pädagogik
Kindern im Spiel Selbstbewusstsein geben

Spaß beim Theaterspiel in der „Lernwerkstatt für ästhetische Bildung“.
Spaß beim Theaterspiel in der „Lernwerkstatt für ästhetische Bildung“. FOTO: Thomas Hippchen / Stadtteilbüro Alt-Saarbrücken
Alt-Saarbrücken. Die „Lernwerkstatt für ästhetische Bildung“ in der Dellengarten-Schule will mehr als nur reines Wissen vermitteln. Von Isabell Nina Schirra

Am Dienstag wurde in der Ganztagsgrundschule Dellengarten die neue „Lernwerkstatt für ästhetische Bildung“ eröffnet. Ein Projekt, das in Kooperation mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar)  entstanden ist.

Was beim ersten Hören so kompliziert klingen mag, lässt sich eigentlich recht simpel erklären. Seit dem Jahr 2013 erfolgt die Ausbildung von Grundschullehrern an der Universität in enger Zusammenarbeit mit der HBKsaar.

Dort soll vor allem das kreative Potenzial der angehenden Lehrer gefördert werden, der kreative Spielraum in der Lehre steht klar im Mittelpunkt, erklärt Eva Biard, eine der beiden Projektleiterinnen der Lernwerkstatt. Das in der Theorie Erlernte soll von den Studierenden dann relativ zeitnah in die Praxis umgesetzt werden. Und hier kommt die Dellengarten-Schule ins Spiel. In der neuen Lernwerkstatt werden mit Studierenden kunstpädagogische Projekte entwickelt und erprobt. Davon profitieren nicht nur die Lehramtsstudierenden, sondern auch die Schüler und Schülerinnen.

Ulrike Hahn, Rektorin der Dellengarten-Schule, verweist auf die enge Zusammenarbeit der Schule mit vielen außerschulischen Institutionen. Besonders die HBKsaar schätze man als Partner sehr, und das nicht nur aufgrund der direkten Nachbarschaft.

Mit dem kunstpädagogischen Knowhow der HBKsaar wird nun der Kunstraum der Schule zu einer vielseitig ausgestatteten Lernwerkstatt erweitert, in der Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrende gemeinsam ästhetisch forschen, experimentieren und gestalten.

Laura Deltala-Möller, ebenfalls Projektleiterin, bezeichnet die Lernwerkstatt als „Ort, Methode und Metapher“ zugleich. Und auch Professorin Gabriele Langendorf, Rektorin der HBKsaar, freut sich über die Zusammenarbeit. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so unkompliziert, so pragmatisch und mit so wenig finanziellen Mitteln, ein Mehrwert für die Schüler geschaffen wird“, betont sie.

Wesentlich unterstützt und gefördert wird die Kooperation mit Mitteln des Projekts „SaLUt“, eines Verbundprojektes der HBKsaar, der Hochschule für Musik Saar und der Universität des Saarlandes im Rahmen der bundesweiten „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

So viel zur Theorie, doch wie sieht solch eine „ästhetische Bildung“ in der Praxis aus? Anlässlich der Eröffnung der Lernwerkstatt stellten die Studierenden ihr Stück „Rotkäppchen und ihre Freunde“ vor, welches sie im laufenden Semester unter Einbeziehung von Schulklassen selbst entwickelt haben. Studierende der HfM und des sportwissenschaftlichen Instituts der Universität waren ebenfalls an der Realisation des Projektes beteiligt. An ein normales Märchen erinnert hier allerdings kaum etwas. Rotkäppchen überwindet alleine durch das Mantra „Ich habe keine Angst“, ihre große Furcht vor dem Wolf. Schneewittchen ist von den sieben Zwergen genervt, und braucht keinen Mann zum Leben. Und Rapunzel findet ihre neue Kurzhaarfrisur gar nicht so schlimm. Sie will auch nicht heiraten, keine Kinder bekommen. Und überhaupt, so richtig ins Rollenbild passt hier niemand. Der Wolf ist sogar Vegetarier. Die Message: „Sei du selbst, es ist ok.“ So werden die Kinder spielerisch zu Selbstbewusstsein, Individualität und Diversität erzogen. Und selbst wenn die Kleinen vielleicht noch gar nicht bemerken, was sie da gerade lernen – eines hatten sie auf jeden Fall – Spaß!