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Kinderärzte fordern schnelle Kita-Öffnung - auch im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Lockerungen : Kinderärzte fordern schnelle Kita-Öffnung

Experten empfehlen, Kitas und Schulen zügig wieder komplett zu öffnen. Das zuständige Ministerium im Saarland rechnet indes weiter mit Einschränkungen.

Die Kinderärzte und andere medizinische Fachgesellschaften fordern eine umgehende unbeschränkte Wiederöffnung von Kindergärten und Schulen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Corona-Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen, heißt es in dem Papier von vier Fachverbänden. Die Kinder müssten weder Abstand wahren noch Masken tragen. Für Lehr- und Betreuungspersonal wird das dagegen empfohlen. Eine „Durchmischung“ von Gruppen – etwa in der Pause – soll vermieden werden.

Die saarländischen Kinderärzte schlossen sich dem Appell der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an. Der Sprecher des BVKJ im Saarland, Dr. Benedikt Brixius, sagte der SZ, Studien zeigten, dass Kinder seltener erkrankten als Erwachsene und sie – anders als bei der Influenza – auch keine besondere Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielten. Auf der anderen Seite seien immer mehr Eltern durch die derzeitige Betreuungssituation überlastet und am Ende ihrer Kräfte.

Das saarländische Bildungsministerium peilt den Beginn des „eingeschränkten Regelbetriebs“ in den Kitas für Anfang Juni an – abhängig davon, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. Bis dahin sollen auch alle Klassenstufen zumindest tageweise wieder in der Schule sein. Eine Ministeriumssprecherin erklärte auf Anfrage, Ziel sei es, Kitas und Schulen „möglichst zeitnah“ wieder für alle zu öffnen. Nach wie vor sei das Einhalten eines vorgegebenen Mindestabstands eine zentrale Maßnahme des Infektionsschutzes. Die deshalb notwendige Verkleinerung der Gruppengröße habe zur Folge, dass in den Schulen die Räume nicht ausreichten, um alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu unterrichten. „Insofern wird es, solange wir die Vorgaben zum Infektionsschutz erfüllen müssen, erforderlich sein, zwischen Präsenzunterricht und Lernen von zu Hause zu wechseln.“