Vom Schrottauto zum Schmuckstück Ein Ass im Sport und in der Werkstatt

Saarbrücken · Der 29-jährige Kevin Quinten aus Scheidt ist Saarlands bester Jungmeister der Karosserie- und Fahrzeugbauer.

Kevin Quinten erhielt von Bundesaußenminister Heiko Maas die Auszeichnung als bester saarländischer Jungmeister der Karosserie- und Fahrzeugbauer. Sein Meisterstück bestand darin, einen schrottreifen BMW in mühevoller Arbeit wieder herzurichten.

Kevin Quinten erhielt von Bundesaußenminister Heiko Maas die Auszeichnung als bester saarländischer Jungmeister der Karosserie- und Fahrzeugbauer. Sein Meisterstück bestand darin, einen schrottreifen BMW in mühevoller Arbeit wieder herzurichten.

Foto: BeckerBredel

Kevin Quinten hat vier Jahre lang die Meisterschule besucht und ist jetzt für seine Mühe belohnt worden: Der 29-jährige Ex-Fußballer aus Scheidt ist der beste saarländische Jungmeister der Karosserie- und Fahrzeugbaumeister. In der Congresshalle zeichneten Außenminister Heiko Maas (SPD) und Saar-Handwerkskammerpräsident Bernd Wegner ihn aus.

Quinten arbeitet heute in Burbach im Betrieb seines Vaters Knut Quinten, der Walter Hoffmann GmbH. Sein Meisterstück war es, ein schrottreifes Auto in mühevoller Arbeit wieder herzurichten. „Wir müssen dem Prüfungsausschuss ein Unfallfahrzeug präsentieren. Bei mir war das ein BMW E 36 kompakt mit massivem Frontschaden. Der Reparaturaufwand muss von den Prüfern mit mindestens 34 Stunden geschätzt werden. Dann macht man sich an die Arbeit. Bei dem BMW habe ich den Motor ausgebaut, Rahmenteile gerichtet, Türen instandgesetzt und die ganze Front repariert. Manchmal kommen die Prüfer unangemeldet in der Werkstatt vorbei, aber das ist eigentlich nicht nötig. Nur wenn man die Arbeiten alle selbst ausgeführt hat, kann man die Prüfungsfragen spontan beantworten. Den erfahrenen Meistern kann man da wenig vormachen“, sagt Quinten, der inzwischen selbst dem Prüfungsausschuss angehört und in Kürze seine erste Gesellenprüfung abnimmt.

Nach der Mittleren Reife in St. Ingbert arbeitete Quinten bei Mercedes. Als Karosseriebauer wechselte er zu einem Unternehmen nach Wahlschied und startete dort mit dem Besuch der Meisterschule. Zweimal wöchentlich musste er nach der Arbeit in die Kurse. „Dann hat mein Vater mich für den elterlichen Betrieb abgeworben. Zuvor war es für mich und für meinen Vater kein Thema, dass ich auswärts lerne und arbeite. Als er mich dann brauchte, weil er einen Mitarbeiter verloren hatte, wechselte ich. Mir war dabei auch wichtig, dass mein Vater mich fragte und nicht umgekehrt“, sagt der Jungmeister, der die Unternehmensnachfolge anstrebt.

Fünf Mitarbeiter sind bei Hoffmann beschäftigt, die Firma wird nun nach und nach auf den Sohn übergehen. Vater Knut ist stolz auf Kevin, besuchte die Bestenfeier und sieht heute einen Handwerksmeister in seinem Sohn: „Die Meisterbriefe hängen demonstrativ nebeneinander in unserem Unternehmen“, sagt Kevin, der in seiner Freizeit schnelle Autos liebt, Rallyes anschaut und als Vorstand beim Fußballverein SV Scheidt den Spielausschuss der Aktiven betreut.

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