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Arbeitsmarkt
Im Oktober kaum weniger Menschen ohne Job

Das Baugewerbe zählt nicht zu den Gewinnern im vergangenen Monat.
Das Baugewerbe zählt nicht zu den Gewinnern im vergangenen Monat. FOTO: Daniel Bockwoldt / dpa
Saarbrücken. Besser als im September, schlechter als vor einem Jahr: So lässt sich die Statistik der Arbeitsagentur zusammenfassen. red

15779 Arbeitslose hat im Oktober die Arbeitsagentur im Regionalverband  Saarbrücken gezählt. Nach Angaben der Pressestelle sind dies 118 weniger als im Vormonat. Allerdings registrierten die Statistiker demzufolge einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 348. Das entspricht einem Zuwachs um 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt wie im September  bei 9,3 Prozent. Damit schnitt der Regionalverband im Vergleich zu den übrigen fünf Landkreisen im Saarland am schlechtesten ab. Die geringste Quote mit 3,3 Prozent verzeichnete abermals das St. Wendeler Land.



Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur an der Saar, erklärt zur Oktober-Bilanz: „Es sind die jungen Leute, die am meisten von der guten Entwicklung im Monatsverlauf profitieren.“ Das liege vor allem daran, dass viele, die sich im Sommer nach einer Ausbildung neu orientieren mussten, inzwischen einen Arbeitsplatz gefunden haben sollen. „Für die Unternehmen der Region sind diese frischen Fachkräfte als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr attraktiv“, meint Haßdenteufel.

Die Arbeitslosenzahl im Einzelnen – nach Arbeitsagentur und Jobcenter im Regionalverband gesplittet: Bei der Agentur für Arbeit sank die Zahl im Regionalverband im Oktober um 97 auf 3444. Gleichzeitig lag sie nach Behördenangaben um 519 über dem Vorjahreswert, ein Plus von 17,7 Prozent. Aktuell waren demnach 1941 Männer und 1503 Frauen ohne Job, 66 Männer und 31 Frauen weniger als im September. Gegenüber Oktober 2016 registrierten die Vermittler sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen einen Anstieg, wobei der bei den Frauen mit 23,9 Prozent deutlich höher ausgefallen sei als der bei den Männern (13,4 Prozent).

Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren (unter 25 Jahren) sank die Quote. Hier waren 351 Personen gemeldet, 75 weniger als im September (minus 17,6 Prozent). Auch im Jahresvergleich sieht es ähnlich aus: Hier sei die Arbeitslosenquote um 5,9 Prozent zurückgegangen, teilt ein Sprecher mit.

Die Zahl der Arbeitslosen ab dem 50. Lebensjahr habe bei 1320 gelegen und sich gegenüber September um 28 verringert. Vor einem Jahr waren es  169 weniger. Damit legte die Quote binnen zwölf Monaten um 14,7 Prozent zu.

Arbeitslose beim Jobcenter: Es zählte 21 weniger. Damit lag die Zahl bei 12335 Menschen, 171 weniger als vor einem Jahr (minus 1,4 Prozent). Aufgeteilt nach Geschlecht: 5370 Frauen und 6965 Männer. Unterschiedliche Entwicklungen zeichneten sich binnen Jahresfrist ab. Bei den Frauen waren 225 weniger arbeitslos (minus vier Prozent), bei den Männern waren 54 mehr auf der Suche (plus 0,8 Prozent).

Das Jobcenter registrierte im Oktober 987 jüngere Arbeitslose. Im Vorjahr waren es weniger (plus 14,5 Prozent). 3258 Betroffene waren älter als 50 Jahre. Damit machen sie 26,4 Prozent aller Arbeitslosen aus, wie dem Zahlenwerk zu entnehmen ist - obwohl ihre Zahl gegenüber Oktober 2016 um 154 sank (minus 4,5 Prozent). Mit 5531 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Erwerbslosen 44,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Rückgang um 431 (minus 9,6 Prozent).

Des Weiteren sind 4356 Ausländer ohne Anstellung gemeldet, ein Plus von 499 gegenüber dem Vorjahr (12,9 Prozent). Der Ausländeranteil betrug zuletzt 35,3 Prozent.

Insgesamt haben Unternehmen der Region dem Arbeitgeberservice 898 offene Stellen gemeldet. Das waren 96 weniger als im Vorjahresmonat (minus 9,7 Prozent). Seit Jahresbeginn gingen 8637 Stellenangebote ein, deutlich mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (plus 602/7,5 Prozent). Aktuell verzeichnete der Arbeitgeberservice noch 3164 unbesetzte Stellen.

Hauptbranchen, die von dem seichten Aufschwung zuletzt profitierten: Besonders viele Stellen wurden aktuell in der Zeitarbeit (209), im verarbeitenden Gewerbe (104), im Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen (101) und im Handel (97) gemeldet.

Auch im Gesundheits- und Sozialwesen (85), in der Öffentlichen Verwaltung (47), im Gastgewerbe (46), Erziehung und Unterricht (36), Logistik (33), Baugewerbe (27) sowie bei Information- und Kommunikation (23) kamen Stellen hinzu. Das teilte die Agentur für Arbeit gestern mit.