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Katzenfreunde brauchen Hilfe
Katzenfreunde retten auch diese fünf Minis

Diese Katzenbabys verdanken dem Verein ihr Leben. Ihre Mutter kam bereits trächtig in die Obhut der Tierschützer. Inzwischen haben die Kleinen ein neues Zuhause gefunden. Aber die nächsten tierischen Notfälle lassen nie lange auf sich warten.
Diese Katzenbabys verdanken dem Verein ihr Leben. Ihre Mutter kam bereits trächtig in die Obhut der Tierschützer. Inzwischen haben die Kleinen ein neues Zuhause gefunden. Aber die nächsten tierischen Notfälle lassen nie lange auf sich warten. FOTO: P/M-Photography
Regionalverband. Verein versorgte seit den achtziger Jahren schon Tausende von Katzen in der Region. Aus öffentlichen Kassen bekommt er fast nichts.

Der Tierschutzverein Saarbrücken erhält ab 2018 aus der Stadtkasse mehr Geld.  Es sind dann jährlich 64 000 Euro statt bislang 35 000 Euro (SZ vom 7. Dezember). Die Fördersumme deckt wenigstens einen Bruchteil der Heimkosten.


Eine weitere saarländische Tierschutzorganisation sieht sich bei ihrer Tätigkeit aber fast ganz auf sich allein gestellt. Es ist der Verein der Katzenfreunde.  Seine Sprecher Gisela und Werner Kramer hoffen, dass diese Arbeit rasch mehr Förderer findet. „Wir helfen seit 37 Jahren Katzen in Not.“ Es sind Geschöpfe, die sonst einem oft langen Siechtum ausgeliefert wären. Die Arbeit der Vereinsmitglieder dient ausgesetzten Tieren ebenso wie Fundtieren oder Katzen, die in ihrem bisherigen Zuhause nicht mehr bleiben konnten.

Mitunter müssen die durchweg ehrenamtlichen Helfer schnell handeln und stehen dabei gleich einem Berg von Problemen gegenüber. Das war zum Beispiel so, als vor Kurzem zwölf verwilderte Katzen vom Universitätsgelände Hilfe brauchten. Diese Rettungsaktion hat nach Ansicht des in Wadgassen ansässigen Vereins letztlich auch das Bertha-Bruch-Tierheim entlastet. Nur bekomme das für seine Arbeit eben einen regelmäßigen Zuschuss von der Stadt Saarbrücken. Und der Verein der Katzenfreunde nicht.



Der müsse sein Netz der Hilfe weit spannen und ständig um Spenden kämpfen, damit dieses Netz nicht reißt. Denn: „Wir haben mehrere Pflegestationen über das ganze Saarland verteilt. In unser Katzenhaus, das wir in  Oberwürzbach betreiben, kommt sogar mehrmals wöchentlich die Tierärztin“, teilt Gisela Kramer mit. Und: „Oft versorgen wir bis zu 80 Katzen.“ Gerade die Kranken und die Schützlinge mit ansteckenden Krankheiten fordern die Aufmerksamkeit und das Engagement der Helfer. Das Oberwürzbacher Haus in der Farrenbergstraße hat sogar eine neu eingerichtete Quarantäne-Station, um der gestiegenen Herausforderungen Herr zu werden.

Die Frauen und Männer um die Vereinsvorsitzende Beatrice Speicher-Spengler holen sich die Motivation aus den vielen Erfolgen ihrer Arbeit. „Allein im vergangenen Jahr vermittelten wir 412 gesundgepflegte, sterilisierte Katzen. Damit kamen seit Bestehen des Vereins rund 9000 unserer Schützlinge in neue Hände.“

Dafür müssen die Katzenfreunde aber auch eine Menge Geld auftreiben. „Unsere Arbeit kostet pro Jahr rund 130 000 Euro. Damit bezahlen wir unter anderem die Arbeit der Tierärztin, das Futter und die Müllabfuhr.“ Dem gegenüber stehen aus Kommunen geradezu winzige jährliche Zuschüsse aus öffentlichen Kassen, wie der Verein betont. Gisela Kramer dazu: „Wir werden lediglich von St. Ingbert mit 250 Euro und von Wadgassen mit 800 Euro unterstützt.“

Den größten ständigen Zuschuss erhalten die Katzenretter von der Tierschutzstiftung Saar. Es sind 2000 Euro pro Jahr. Der Verein darf sie ausschließlich zur Hilfe für verwilderte Katzen einsetzen. So bleibt ein großes Loch im Haushalt der Katzenfreunde. „Diesen Rest müssen wir bei privaten Spendern erbitten, regelmäßig mit Floh- und Weihnachtsmärkten erwirtschaften oder bei unseren Sommerfesten hereinbekommen.“  Da ist jede weitere helfende Hand willkommen, auch im mit rund 450 Mitglieder starken größten Katzenverein im Saarland. Und jeder, der sich für weitere Fördermöglichkeiten interessiert, kann sich an den Vorstand wenden.

Kontakt: Die Vereinsvorsitzende Beatrix Speicher-Spengler ist erreichbar unter Telefon (0 68 34) 4 79 04. Die zweite Vorsitzende Bianca Helwig hat die Telefonnummer (01 60) 92 21 54 90.