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Garagenfest in Herrensohr : Kaltnaggisch war mal wieder „gudd druff“

Garagenfest in Herrensohr : Kaltnaggisch war mal wieder „gudd druff“

Das zehnte Garagenfest des Gardisten Corps fand sehr großen Anklang in der Bevölkerung

„Es war noch nie so viel los wie heute“ - Werner Jungfleisch merkte man am Sonntagabend die Begeisterung noch mehr als deutlich an. Der Vizepräsident des Kaltnaggischer Gardisten Corps 2000 kann die Freude über die positive Bilanz des diesjährigen Garagenfestes im Gespräch mit unserer Zeitung kaum zurückhalten. Dass er eine solche positive Bilanz über die Jubiläumsauflage, das Fest fand bereits zum zehnten Mal statt, werde ziehen können, hatte er am Freitagabend beim Start noch nicht gedacht.

Da war das Wetter im Hof das Gasthauses Arend in der Marktstraße gar nicht so toll. Es war frisch, bewölkt und man fürchtete den Regen. Die Anzahl der Besucher war recht überschaubar. Auch der Samstag war ähnlich. Gegen 22 Uhr gingen viele Besucher heim, weil es ihnen einfach zu kalt war. Doch Tag 3 stellte alles in den Schatten. „400 Mittagessen gingen über die Theke, wir mussten schnell ausverkauft melden. Auch unsere Würste und Schwenker waren ruckzuck weg“, resümierte Jungfleisch. Das gute Wetter, nach dem es am Vormittag gar nicht so ausgesehen hatte, rettete die Veranstaltung. Es war aber auch so schon einiges anders beim zehnjährigen Garagenfest. Jede der 18 Gruppen die mit insgesamt 300 Musikern auftraten, erhielt einen kleinen Pokal als Dankeschön. Wegen des runden Geburtstages dauerte das Fest auch einen Tag länger. Und man hatte statt einem Zelt, auch in kluger  Vorausschau  auf das etwas schwierige Wetter, zwei Überdachungen genommen.

„Es ist immer mehr geworden in den letzten Jahren“, blickte Werner Jungfleisch zurück. Er führt den Erfolg darauf zurück, dass in „Kaltnaggisch“ nichts mehr los sei. Da es seit zwei Jahren kein Dorffest mehr gibt und die Kirmes der Vergangenheit angehört, sehen die Leute das Garagenfest als eine Art Dorffest-Ersatz an. Im letzten Jahr war die Besucherzahl gar vierstellig, sagt der Gardisten-Vizepräsident. Das war nicht immer so. Im ersten Jahr waren gerade einmal 20 Besucher im Hof hinter der Gaststätte. Auch das Programm war mit nur einem Alleinunterhalter und einer Kapelle recht überschaubar. Heute kommen Karnevalsvereine aus dem ganzen Saarland zu Besuch. Manche, wie die Spatzelruther Katzen aus dem Nordsaarland, nebenbei bemerkt amtierender Saarlandmeister, singen selbst.

Das Mammutprogramm bedarf einer frühzeitigen Planung. Bereits im Dezember beginnen die Vorbereitungen. Auch während der Veranstaltung sind zehn Gardisten im Einsatz. Mit den Auf- und Abbauhelfern verdoppelt sich diese Zahl. Wenn es um Veranstaltungen in Herrensohr geht, klappt es auch mit den Helfern. In Dudweiler selbst sei es schwieriger, so Werner Jungfleisch. Ohne fünf Rentner, die dem Verein die Treue halten, gehe es nicht. Die waren dieses Mal besonders strapaziert. Bis einschließlich Dienstag waren sie mit dem Stand bei der Dudweiler Kirmes beschäftigt. Einen Tag später begann der Aufbau des Garagenfestes. Doch die Anstrengungen scheinen vergessen. Lautete doch das Motto auf den Schildern „Kaltnaggisch - gudd druff“. Höhepunkt war der Sonntag. Dann kamen die meisten Gruppen. Die zwölf Formationen gestalteten den musikalischen Frühschoppen, der bis gegen 18 Uhr andauerte. Das Garagenfest stellt einen wichtigen Teil der Finanzierung des Vereinslebens der Gardisten dar. Ohne den Erlös und ohne die Hilfe von Sponsoren wären etwa die Karnevalsuniformen, eine kostet rund 800 Euro, nicht zu bezahlen. Und in der kommenden Session fallen weitere 3000 Euro an, da die Gardisten dann turnusgemäß das Prinzenpaar stellen.