Jungjournalist Fabius Leibrock, Preiträger des Axel-Buchholz-Preises

Menschen im Regionalverband : Journalistischer Überflieger aus Saarbrücken

Fabius Leibrock ist 16 Jahre alt und geht auf das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken. Neben der Schule arbeitet er als Journalist und ist seit Ende Mai Axel-Buchholz-Preisträger.

Auf den ersten Blick sieht Fabius Leibrock älter aus als 16 Jahre. Mit seinen 1,95 Metern überragt er alle anderen Passanten in der Saarbrücker Fußgängerzone. Erst auf den zweiten Blick ist sein Alter an seinen noch sehr jungen Gesichtszügen und der noch etwas schlaksigen Gestalt, die viele Jugendliche in seinem Alter haben, zu erkennen. Leibrock ist Jungjournalist und ein erfolgreicher noch dazu. Ende Mai dieses Jahres wurde er für einen Artikel über die „Saarbrücker Wegwerfgesellschaft“ mit dem Axel-Buchholz-Preis ausgezeichnet.

Auf die Frage, wie er zum Journalismus gekommen sei, schmunzelt der Saarbrücker Schüler. „Das ist eine lange Geschichte“, beginnt er dann zu erzählen. Und tatsächlich: Trotz seiner Jugend ist Leibrock schon seit fünf Jahren im Journalismus aktiv. Angefangen hat es mit einem eigenen Internetradio, dann kam ein Schülerbetriebspraktikum beim Radio und später Arbeit bei drei verschiedenen Schüler- und Jugendzeitungen. Zusammen mit einem Mitschüler betreibt Leibrock heute sogar ein eigenes Online-Schülermagazin namens „Der Jungreporter“. Unabhängige Berichterstattung über Themen, die die Jugend interessieren, wollen die beiden dort anbieten.

Beim Reden über den Journalismus und seine persönlichen Ziele blüht Leibrock auf. Schnell merkt man, dass er hier nicht über seine Arbeit redet, sondern vor allem über seine Leidenschaft. Neben der Schule spielt er noch Klavier, der Journalismus nimmt aber den größten Teil seiner Freizeit ein. Dass er selbst täglich die Nachrichten liest, wird im Gespräch schnell klar. Selbstbewusst und informiert erzählt Leibrock von seiner Sicht auf aktuelle tagespolitische Themen, egal ob „Fridays for Future“-Demos, Rezos Youtube-Video über die CDU oder auch den generellen Medienkonsum seiner Mitschüler. Auch die meisten anderen Jugendlichen seien „durchaus medienaffin“, schätzt Leibrock. Nur sei ihr Wissen meist zu einseitig, weil sie sich nicht ausreichend informieren würden.

„Kaum einer schaut mal in die Zeitung oder wenigstens in die Tagesschau“, erklärt der Saarbrücker. Hauptmedium sei mittlerweile die Social-Media-Plattform Instagram. „Facebook hat in meiner Generation keiner mehr.“ Auch der Einfluss von Youtube sei mittlerweile größer als der herkömmlicher Medien. Nachrichtenmagazine müssten deshalb für die Zukunft ihre Positionen gegenüber jungen Menschen überdenken, meint Leibrock. Ihn persönlich reizt für seine spätere Karriere vor allem der Online-Journalismus, Printmedien und Hörfunk will er aber auch noch nicht ausschließen.

Viel freiwillige Arbeit in der Freizeit, Zeitungsleser und schon sehr zielorientiert: Alles Dinge, die man bei einem 16-Jährigen nicht direkt erwarten würde. Auch Feiern und Trinken gehen, in dem Alter für viele schon eine Lieblingsbeschäftigung, liegen Leibrock nicht. Klar müsse er sich dafür ab und zu Sprüche anhören, gibt Leibrock zu. Die meisten seiner Mitschüler fänden seine Arbeit aber „cool“. Und Leibrock wirkt auch nicht, als würde es ihn stören, etwas aus der Reihe zu tanzen. Im Gegenteil: Der Axel-Buchholz-Preis hat ihn noch mehr angespornt, seinen Weg im Journalismus weiterzugehen. Vor der Zukunft habe er zwar Respekt, aber „wenn ich etwas mache, dann ziehe ich es auch durch“, erklärt der Schüler selbstbewusst.

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