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Junge Leute aus dem Regionalverband bei Jugend forscht

Bildungspolitik : Junge Leute mit bahnbrechenden Ideen

Eine Handprothese aus dem 3D-Drucker, ein selbst auslösendes Löschsystem, ein Roboter für Medizintechnik und anderes mehr überzeugten beim Landesentscheid von Jugend forscht.

Lennart Biesel, 17, aus Riegelsberg ist einer der jungen Leute aus dem Regionalverband, die beim Landesentscheid des Wettbewerbs Jugend forscht auf dem HTW-Campus ausgezeichnet wurden. Der Abiturient hat ein selbst auslösendes Löschsystem erfunden, das den Einsatz alter Elektrogeräte sicherer machen kann.

Wenn Rauch entsteht, wird sofort Kohlendioxid mit niedrigem Druck freigesetzt. Eine funktionsfähige Anlage hat er gebaut. Der Lohn: Platz eins im Bereich Arbeitswelt. Biesel wusste, dass viele Wohnungsbrände durch alte oder schlecht gewartete Elektrogeräte entstehen. Also dachte er darüber nach, wie sich das Brandrisiko verringern und ein Feuer sich im Keim ersticken lässt.

Seine Anlage hat eine Mess-Sonde, die Rauch sehr früh erkennt und einen Löschvorgang auslöst. Einen dritten Preis im Wettbewerb und ein Forschungspraktikum beim Max-Planck-Institut für intelligente Systeme gewann der Riegelsberger mit seiner Idee.

Selina Plügge aus Heusweiler gewann mit ihrer Mitschülerin Paulina Jochem einen Sonderpreis für Analysen zu Auswirkungen von Träumen. Daniel Treise aus Riegelsberg erhielt einen Sonderpreis für den Bau eines Werkzeugkastens, der seine Fächer automatisch ausfährt.

Sehr erfolgreich war Felix Thinnes aus Heusweiler, der mit Lukas Moritz Roth aus Lebach zusammenarbeitete und eine Handprothese entwickelte, die leichter als die jetzt handelsüblichen Produkte ist. Die beiden Schüler wurden Landessieger im Bereich Arbeitswelt und erhielten als Sonderpreis Unterstützung bei einer Gebrauchsmusteranmeldung. Ihre mit dem 3D-Drucker gefertigte Handprothese kann geräuschlos greifen. Die Juroren waren von der Arbeit sehr beeindruckt.

Einen zweiten Preis im Wettbewerb Chemie sicherten sich Mark Schmidt und Johannes Bühl vom Warndtgymnasium Völklingen.

Die 15 bzw. 16 Jahre alten Schüler analysierten die Putzwirkung von Brillenputztüchern und deren Inhaltsstoffe und entwickelten ein eigenes Brillenputztuch mit Alkohol und Waschnüssen als Zutaten. Ihre Arbeit war die beste in diesem Wettbewerbsfeld, qualifizierte sich aber nicht für den Bundesentscheid, was zum Leidwesen der Schüler mit strengen Länderquoten im Bundesentscheid zusammenhängt.

Yanick Prianon, 18,  (l.)  aus Riegelsberg und Julian Kobes, 17, aus Heusweiler entwickelten einen „Dielektrischen Polymer-Roboter“.    Foto: BeckerBredel

Das Saarland hat sieben Wettbewerbsfelder, darf aber nur sechs Qualifikanten stellen. Die beiden Völklinger blieben damit auf der Strecke. Einen weiteren zweiten Platz erhielten die schon im Wettbewerb „Schüler experimentieren“ erfolgreichen Brüder Michael und Johann Rosch aus Püttlingen, die seit Jahren die Blütenvielfalt rund um Püttlingen kartieren. Ihre enorme Fleißarbeit soll den Klimawandel anhand des Pflanzenwachstums und der Artenvielfalt belegen, was auch gelungen ist. Beide besuchen das Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen, und die Naturschutzjugend nahm sie kostenlos als Mitglieder auf. Landessieger Technik wurden Julian Kobes aus Heusweiler und Yanick Prianon aus Riegelsberg mit ihrem selbst gebauten Polymer-Roboter. Der steuert einen Laserstrahl und macht Anwendungen in der Medizintechnik denkbar.