| 20:40 Uhr

Freudiges Ereignis für den Stadtteil Altenwald
Jetzt kann die Nahversorgung kommen

Der Spatenstich mit Bürgermeister Michael Adam (Bildmitte) für den neuen Einkaufsmarkt in Altenwald.
Der Spatenstich mit Bürgermeister Michael Adam (Bildmitte) für den neuen Einkaufsmarkt in Altenwald. FOTO: Thomas Seeber
Altenwald. Spatenstich zur Errichtung eines Einkaufsmarktes auf dem Marktplatz in Altenwald.

Mit einer heiteren Episode leitete am Donnerstag Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam ein besonderes Ereignis auf dem Altenwalder Marktplatz ein. Er erzählte, dass im Rahmen des Stadtteil-Entwicklungsprogramms die Kinder der Waldschule im Jahr 2006 per Malen und Basteln ihrer  Fantasie und Utopie freien Lauf lassen konnten. Und zwar hinsichtlich dessen, was sie sich an Nutzungsmöglichkeiten für den Marktplatz vorstellen könnten. Und, wie die Kleinen so sind, kam etwas Drolliges dabei heraus: Mitten auf dem Areal sollte das Rathaus stehen, links daneben ein Zoo und rechts eine Schokoladenfabrik. Nun, mehr als elf Jahre später steht fest, dass weder Tiere noch Süßigkeiten hier zu finden sein werden. Obwohl – süße Sachen wird man ab Oktober hier schon einfangen können, denn es entsteht ein Netto-Markt.



Der Chef im Rathaus sprach hinsichtlich des ersten Spatenstichs von einem wichtigen Tag und von einem „sehr, sehr langen Weg“, den man gegangen sei. Und von einem „sehr, sehr harten Weg, der viel Engagement erforderte“. Diesbezüglich dankte er Josef Paulus, Chef des Friedrichsthaler Entsorgungsunternehmens Paulus, der hier ein Grundstück verkaufte und so mit entscheidend den Weg frei machte für das Projekt, das jetzt in Angriff genommen wird. Im Beisein von Einkaufsmarkt-Investor Franz-Josef Reiner (GVG Fachmärkte GmbH & Co.KG) sowie Clemens Dahlem (AP Projektentwicklung GmbH & Co. KG) dankte Michael Adam nicht nur Paulus, sondern ganz ausdrücklich auch Steffen Banuat, Bauamtsleiter in Sulzbach. Er habe das Verfahren über Jahre begleitet und auch vorangetrieben.

Ein paar Worte zu dem Vorhaben, das nun seinen Lauf nimmt, sagte auch Projektentwickler Clemens Dahlem. „Der Standort hier ist ideal“, meinte er. Und: „Ich denke, der Markt wird gut gehen, und wenn die Frequenz da ist, profitiert davon auch das Umfeld.“ Das „Umfeld“, das ist beispielsweise Martina Dick-Jockers, die ein paar Meter weiter ihre Apotheke hat. Sie freut sich, wenn im Herbst die Netto-Filiale in Betrieb geht, denn dann, sagt sie, hätten die Leute noch mal einen Grund, in den Ort zu kommen. So könnte auch für die Apothekerin der Einkaufsmarkt als Frequenzbringer dienen.

Beim ersten Spatenstich waren auch viele Altenwalder zugegen und erzählten der SZ von den goldenen Zeiten, die der Stadtteil vor allem in den 1950er-Jahren erlebte.  Da habe es einen großen Boxclub gegeben und einen Ringerverein, einen Theaterverein darüber hinaus. Ein älterer Herr erinnerte sich auch noch an eine starke katholische Jugend und andere  nennenswerte Gruppierungen. Josef Paulus’ Eltern wiederum betrieben hier ein Wirtshaus mitsamt einem Saal für große Feierlichkeiten. Ein schöner Saal war das, mit Empore, wie man hört. Und zum Barbaratag war immer ordentlich was los. Da gingen nicht wenige  Bergleute aufeinander los, wie sich Unternehmer Paulus lächelnd erinnert. Und die Klagen seiner Mutter noch im Ohr hat, die  sich über rund 400 Gläser ärgerte, die bei der Massenkeilerei zu Bruch gegangen sind. Und dann gedachten  die beisammenstehenden Altenwalder Senioren auch noch der Faasenacht, als die Musik längst nicht aus der Konserve kam, sondern amerikanische Kapellen aufspielten.

Und nun geht’s zügig los mit den Bauarbeiten. Damit die Versorgungslücke bald ein Ende hat.

(mh)