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Neue Hilfe für Bedürftige
Jetzt gibt es auch eine Tafel für Tiere

Hans Jörg Hene und seine Mitarbeiterin Christine Scherer im Ladenlokal der Tiertafel in Dudweiler.
Hans Jörg Hene und seine Mitarbeiterin Christine Scherer im Ladenlokal der Tiertafel in Dudweiler. FOTO: Petra Pabst
Dudweiler. In Dudweiler ist vor wenigen Tagen ein Laden für Hunde- und Katzenfreunde mit schmalem Geldbeutel eröffnet worden.

  Es ist soeben 11.30 Uhr. Hans Jörg Hene wartet in einem kleinen Ladenlokal in der Scheidter Straße 45 in Dudweiler auf Kundschaft. Lange warten muss er nicht, denn obwohl das Lädchen offiziell erst seit 1. Dezember geöffnet hat, hat er schon etwa 300 Kunden. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Geschäft handelt. Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag kommen er und weitere ehrenamtliche Mitstreiter zwischen 10 und 13 Uhr hierher und verteilen gegen einen kleinen Obolus Tierfutter und Haustier-Zubehör an Menschen, die mit ihrer Rente oder den Sozialleistungen kaum auskommen. Sie gehören dem Verein „Tierfutterhilfe Saarland“ an.



„Wir sind eine ,Tiertafel’ und nennen uns auch so“, sagt Hene. Tafeln helfen bedürftigen Menschen und unterstützen sie mit Lebensmitteln, die sonst weggeworfen würden, obwohl sie noch verzehrfähig sind. Mehr als 900 Tafeln mit gut 2000 Ausgabestellen gibt es in Deutschland. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der saarländischen Tiertafel machen im Prinzip das gleiche: sie verteilen Tierfutter und Zubehör nach der Maxime „Verteilen statt wegwerfen“ an Bedürftige.

Im Saarland betreiben sie zwei Ausgabestellen. Eine seit 2011 in Saarbrücken auf dem Eschberg und nun auch eine in Dudweiler. „In Saarbrücken haben wir zwei ausgebaute Garagen als Ausgabestellen zur Verfügung und vereinbaren Termine nach telefonischer Absprache. Dieses Ladenlokal in Dudweiler ist natürlich viel praktischer“, so Hene. Die monatliche Miete in Höhe von 280 Euro finanziert der kleine Verein aus Spenden und aus den kleinen Beiträgen, die Kunden für ihr Futter bezahlen.

„Wir berechnen eine  Gebühr von fünf Euro für ein halbes Jahr. Dafür erhalten die Kunden dann für zwei Euro pro Hund beziehungsweise für einen Euro pro Katze Futter und Zubehör für eine ganze Woche. Die restlichen Kosten wie beispielsweise das Benzin für unzählige gefahrene Kilometer für das Abholen von Spenden oder für sonstige anfallende Ausgaben zahlen wir meistens aus eigener Tasche“, erzählt Hene. Er und seine Frau sind Gründungsmitglieder der „Tierfutterhilfe Saarland“. Selbst Halter von zwei Hunden, beschlossen sie vor sechs Jahren, bedürftige Tierfreunde mit wenig Einkommen, Obdachlose und Rentner zu unterstützen, damit deren Tiere nicht hungern müssen. Mit ihrer schnellen und unbürokratischen Hilfe lindern sie Folgen der zunehmenden Armut.

„Ich ärgere mich oft über manche unbedachte Äußerung, dass wirtschaftlich schwache Menschen keine Tiere halten sollten. Man kann schnell in eine finanzielle Notlage geraten oder hat sein Tier schon viele Jahre. Dann kann man den Leuten die Tiere doch nicht einfach wegnehmen oder verbieten. Vielen Menschen in Notsituationen geben sie einen besonderen Halt und Trost. Ohne ihren Hund oder ihre Katze hätten sich viele schon aufgegeben“, erklärt Hene.

Die qualitativ einwandfreien Futtermittel stammen aus Spenden – von Unternehmen wie von Privatleuten. Ordentlich und übersichtlich einsortiert stehen Futtersäcke und -dosen in den Regalen.  Dazu findet man Zubehör wie Transportboxen, Leinen, Futternäpfe, Spielzeug und anderes mehr. „Auch wenn das gerade viel aussieht, das ist schnell alles verteilt“, sagt Hene. Und: „Wir wollen helfen, aber das geht nur, wenn wir auch weiterhin von regelmäßigen Unterstützern und Spendern Rückhalt bekommen und gefördert werden.“ Viele Leute würden es ihm wohl wünschen, nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Spendentermine sowie Futterausgabe können telefonisch vereinbart werden unter: (01 62) 967 88 19 oder unter:

www.tierfutterhilfe.de

(PP)