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Intendant des Saarländischen  Staatstheaters, Bodo Busse, freut sich über Fürsorge

Serie „Wie geht’s?“ : Bodo Busse freut sich über Fürsorge

Bodo Busse Intendant des Saarländischen Staatstheaters, erzählt, wie er den Alltag in Corona-Zeiten erlebt.

Unsere Serie liefert private Moment­aufnahmen während der Corona-Krise. SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus spricht mit bekannten Saarländern und bittet um ein Selfie oder einen Schnappschuss. Heute: Bodo Busse (51), Intendant des Saarländischen Staatstheaters (SST). Er lebt in Petite-Rosselle.

Wie hat sich sein Alltag verändert?

„Ich habe noch mehr zu tun als sonst“, sagt Busse. Obwohl das Saarländische Staatstheater seit dem 15. März geschlossen ist? Jawohl, weil er seitdem mit Hochdruck an x verschiedenen Wiedereröffnungs-Szenarien arbeitet, Regieteams umgebucht, Ausfall-Honorare für Gäste verhandelt werden müssen. Zuhause hat sich ebenfalls Entscheidendes geändert, denn Busses Partner, der in der Schweiz arbeitet, ist bei ihm geblieben, gibt nun Video-Klavierstunden. Und abends wird in Ruhe zusammen gekocht, statt wie sonst „zackzack um die Ecke ins Restaurant“ zu gehen.

Was fehlt ihm?

Das Bistrot „Baron Rouge“ in Creutzwald, der Kaffee im „Odeon“ am St. Johanner Markt. Außerdem: „Das herrliche alltägliche Chaos“ im Theater, und die entspannte europäische Normalität. Seit der Grenzschließung merkt Busse erstmals, dass er doch in zwei Staaten lebt: „In Frankreich spürt man die Anspannung, Forbach ist eine Gespensterstadt.“ Saarbrücken erlebt er freier. Bisher ist Busse noch nicht an der deutschen Grenze gestrandet wie viele andere Pendler, und in Frankreich hatte er immer den richtigen von fünf Passierscheinen parat, wenn die Polizei ihn anhielt.

Welche Pläne gingen kaputt?

Es wird nichts mit einer Hochzeit samt Italienurlaub in der Nähe von Perugia. Mit zehn Freunden wollte er dorthin. Nun nimmt Busse die Badeseen in Kirkel oder in Wadgassen ins Visier.

Gibt es eine Lehre aus der Corona-Zeit?

„Ich habe gemerkt, dass wir in unserem Hochgeschwindigkeits-Alltag verlernt haben, Freundschaften die richtige Priorität zu geben.“ Nahezu verschüttete Kontakte seien wieder aufgelebt, dieser Tage schrieb Busse einen Brief an Manfred Beilharz, seinen früheren Intendanten-Chef: „Ich habe ihm so viel zu verdanken.“ Auch freut Busse sich über all die kleinen neuen  Fürsorge-Gesten, die Nachfragen „Geht es noch gut?“ oder die Abschieds-Formel: „Bleib gesund.“ Just das sei Lebensglück: „Es ist eine Qualität, die wir uns erhalten sollten“.