Umfrage zum Einzelhandel „Würde mir wünschen, dass mehr Leute in der Stadt einkaufen“ — was Saarbrücker in der Stadt vermissen

Saarbrücken · Bei einer SZ-Umfrage schneidet Saarbrücken als Stadt zum Einkaufen recht gut ab. Kritik gibt es an den als teuer empfundenen Parkgebühren.

Innenstadt in Saarbrücken​: Das halten Passanten vom Einzelhandel-Angebot
Foto: BeckerBredel

Wie schätzen Saarbrücker das Geschäfts- und Warenangebot in der Stadt ein und welche Angebote fehlen ihnen in Saarbrücken als Einkaufsstadt? Dazu haben wir uns in der Innenstadt umgehört.

Tanzausstattung und Elektronik fehlen in Saarbrücken

Antonia Rosenkranz   Foto: BeckerBredel

Antonia Rosenkranz Foto: BeckerBredel

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Zufrieden zeigt sich Antonia Rosenkranz. „Mir fehlt kein bestimmter Laden in der Stadt. Das Einzige, was mir auffällt, ist, dass es im Zentrum wenig Supermärkte gibt. Da könnte noch nachgebessert werden“, sagt die 19-jährige Tänzerin. „Außerdem würde ich mir noch Läden für Tanzausstattung wünschen. Ich finde, dass es hier im Vergleich zu anderen Städten viele kleine und unabhängige Läden gibt, mit Produkten, die nicht von der Stange sind. Außerdem wird in vielen Geschäften Wert auf Bio- und Fairtradeprodukte gelegt“, sagt die Saarbrückerin.

Thomas Scheliga vermisst Angebote in der Stadt. „Vor allem fehlen mir Angebote für Unterhaltungselektronik. Hier gibt es nur eine kleine Auswahl“, klagt der 66-Jährige. In dieser Sparte sei es schwierig, online zu bestellen, da die Ware dann oft zurückgesendet werden müssten. Somit sei es besser, vor Ort einzukaufen. „Genauso ist es bei Schuhen und Waren, die man in der Hand haben und anprobieren möchte. Ich bin sehr technikaffin, daher ist es das, was ich am meisten vermisse. Früher gab es hier ein halbes Dutzend Elektrofachgeschäfte. Hier würde ich mir eine größere Auswahl und Alternativen zu großen Ketten wünschen. Es wird alles monopolisiert“, findet der SR-Journalist aus Saarbrücken.

 Thomas Scheliga   Foto: BeckerBredel

Thomas Scheliga Foto: BeckerBredel

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„Parken ist wahnsinnig teuer“

Die 63-jährige Reta Ackermann ist zwar zufrieden mit dem Angebot in der Innenstadt, bemängelt aber die Parkgebühren. „Parken ist wahnsinnig teuer. Wenn man drei Stunden einkaufen möchte, muss man schon acht Euro zahlen“, berichtet die Rentnerin. „Am Warenangebot vermisse ich nichts. Ich war gerade für meine Enkel einkaufen. Wünschen würde ich mir noch einen schönen Laden mit Angeboten für Kinder.“ Sie besuche je nach Bedarf kleine, aber auch größere Geschäfte. „Für Kosmetik- und Körperpflege-Produkte besuche ich am liebsten kleinere Läden mit individuellen Produkten.“

Sachen anschauen und auch anprobieren

Ivet Jovec bedauert die Schließung vieler Geschäfte im Stadtzentrum der Landeshauptstadt. „Ich shoppe viel eher online. Das Angebot in der Stadt ist aber generell gut. Wünschen würde ich mir Filialen der Modegeschäfte Stradivarius, Pull and Bear und New Yorker. Wenn es diese Geschäfte geben würde, würde ich öfter in der Stadt einkaufen“, so die 22-jährige Studentin. „Schuhe und Taschen kaufe ich am liebsten in Geschäften. Dort kann man die Sachen besser betrachten und auch anprobieren. Beim Online-Kauf müssen Waren oft wieder zurückgesendet werden, wenn sie doch nicht passen“, sagt die Saarbrückerin.

Für Damian Loew gibt es in der Stadt alles, was man braucht. „Ich vermisse nichts. Sehr selten kaufe ich mal was online ein. Da ich selbst im Einzelhandel arbeite, kenne ich die Problematik des Onlinehandels. Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute in der Stadt einkaufen“, so der Verkäufer. „Ich arbeite in einem Angelgeschäft. Hier haben wir viele Stammkunden, aber wir bemerken trotzdem die Auswirkungen des Onlinehandels“, sagt der 20-jährige Saarbrücker.

„Schade finde ich die vielen Leerstände“

Der Saarbrücker Lehrer Mathias Molter ist generell zufrieden mit dem Angebot in der Stadt. „Für die Größe der Stadt ist das Angebot vollkommen in Ordnung. Die Fußgängerzone ist ansprechend gestaltet. Die Läden in Verbindung mit den Restaurants passen sehr gut“, erzählt der 34-Jährige. „Je nachdem, was ich brauche, besuche ich kleine oder große Geschäfte. Schade finde ich die vielen Leerstände. Ich hoffe, dass diese schnell gefüllt werden und hoffentlich nicht mit Casinos und Shishabars.“ Manchmal kaufe er online ein. „Besonders, wenn es ein besonders gutes Angebot gibt. Grundsätzlich kaufe ich aber lieber in der Stadt, da ich dort die Waren auch anprobieren kann.“