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Innenminister Klaus Bouillon warnt vor Enkeltrickbetrügern und falschen Polizeibeamten

Alleine in Saarbrücken 23 Fälle am Mittwoch : Innenminister Bouillon warnt vor zwei fiesen Betrugsmaschen im Saarland

Über das gesamte Saarland verteilt kam es in den letzten Tagen vermehrt zu Betrugsversuchen. Die Betrüger versuchen, mit zwei Maschen Geld von ihren Opfern zu erhalten.

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat vor Enkeltrickbetrügern und falschen Polizisten im Saarland gewarnt. Laut Angaben der Polizei haben Betrüger am Mittwoch, 29. Juli, alleine in Saarbrücken 23 Mal versucht durch Vorspielen falscher Tatsachen an Geld zu gelangen. „Die Masche der Betrüger ist stellenweise hoch professionell. Sie sammeln im Vorfeld Informationen über die Familienangehörigen, erscheinen somit äußerst glaubwürdig“, erklärte Innenminister Bouillon.

Bei den Fällen in Saarbrücken wurde der „Enkeltrick“ angewendet. Die Versuche der weiblichen und männlichen Täter blieben erfolglos.

In einem Fall im Nordsaarland waren die Betrüger dagegen erfolgreich und erbeuteten von einem 68-jährigen Mann aus Nonnweiler 18 000 Euro. Sie wendeten dabei die Betrugsmasche „Anruf eines falschen Polizeibeamten“ an. „Seien Sie aufmerksam, derzeit mehren sich saarlandweit die Anrufe von solchen Betrügern unter dem Deckmantel der echten Polizei”, so Bouillon.

So läuft laut Polizei der „Enkeltrick“:

Die Betrüger rufen meist mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen bei meist älteren und alleinlebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

So lief laut Innenministerium der Fall „falscher Polizist“ im Nordsaarland ab:

Es kam zu einer ersten Kontaktaufnahme am Telefon, bei der eine vermeintliche Kriminalbeamtin des „K4 in Saarbrücken“ einen 68-jährigen Saarländer anrief und ihn um Mithilfe bei der Überführung eines Falschgeldausgebers bei einer Bank bat.

Der geprellte Saarländer wurde sogar an einen vermeintlichen Vorgesetzen der Kripobeamtin und einen Staatsanwalt verbunden, die beide den Fall bestätigten.

In der Folge hob der 68-Jährige bei der Bank 18.000 Euro ab. Bei der vereinbarten Übergabe der Banknoten mit einem weiteren falschen Beamten wurde ihm “bestätigt”, dass sich tatsächlich Falschgeld unter den abgehobenen Geldscheinen befinde.

Im Anschluss beschlagnahmte ein weiterer Betrüger-Polizist den gesamten Geldbetrag in Höhe von 18.000 Euro.

Weil dem Opfer die Sache im Laufe des Tages doch merkwürdig vorkam, schaltete er die Polizei ein und erstattete Strafanzeige.

Die Polizei rät:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

- Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

- Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen.

- Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.