Ukrainische Weihnachtstraditionen Saar-Weihnacht mit ukrainischem Akzent

Saarbrücken · Ob beim Christkindl-Markt, bei Konzerten oder der orthodoxen Weihnachtsfeier: Menschen aus dem überfallenen Land und ihre Helfer erleben besinnliche Stunden, tun Gutes und laden zum Mitfeiern ein.

 Auf dem Christkindl-Markt gibt es Richtung Obertorstraße auch einen Stand mit ukrainischen Spezialitäten. Dort besteht zudem die Möglichkeit, etwas für Hilfsprojekte im überfallenen Land zu spenden.

Auf dem Christkindl-Markt gibt es Richtung Obertorstraße auch einen Stand mit ukrainischen Spezialitäten. Dort besteht zudem die Möglichkeit, etwas für Hilfsprojekte im überfallenen Land zu spenden.

Foto: BeckerBredel

Schon Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine entstand eine Bürgerinitiative. Mit der Gründung von Info.Saar.Ua reagierten Ehrenamtliche im Saarland auf die Folgen des Krieges. Info.Saar.Ua steht für die Hilfe im vom Krieg gepeinigten Land ebenso wie für die Unterstützung von Menschen, die aus der Ukraine an die Saar gekommen sind. Um die Hilfe zu verstetigen, entstand Ende Oktober der Verein UkraineFreundSaar. „Unsere Initiative zählt mittlerweile etwa 240 Menschen im Ehrenamt, die sich mit unterschiedlicher Intensität regelmäßig an zahlreichen Aktionen beteiligen“, teilen die Ukraine-Helfer mit.

Vielfältige Unterstützung für Geflüchtete

Helfer begleiten Geflüchtete zu Behörden oder Ärzten. Sie organisieren Angebote mit den Kommunen im Saarland, organisieren kunsttherapeutische Veranstaltungen für geflüchtete Mütter und Kinder, helfen bei der Wohnungssuche und -einrichtung, bei der Kinderbetreuung und dem Einstieg in den saarländischen Arbeitsmarkt. Hinzu kommen das Sammeln von Hilfsgütern und deren Transport in die Krisengebiete.

 Auf dem Christkindl-Markt betreiben die Ukrainer Andriy und Olga Zubchuk einen ukrainischen Weihnachtsmarkt mit traditionellen ukrainischen Speisen. Einen Teil ihrer Einnahmen spenden sie für Hilfsprojekte in der Ukraine, die Info.Saar.Ua in die Tat umsetzt. Zudem steht an ihrem Stand eine Spendenbox. Mit den Spenden werden Geräte zur Wärme- und Stromerzeugung angeschafft. Hilfstransporte, die Info.Saar.Ua mit der ukrainischen Hilfsorganisation UkrainDrop organisiert, schaffen diese Geräte dann in die Ukraine.

 In dieser Weihnachtszeit versuchen die Ukraine-Förderer, die Menschen auch bei feierlichen Gottesdiensten auf das vom Krieg geschundene europäische Nachbarland aufmerksam zu machen. Die Helfer erinnern an seine Bewohner, die mit dem kalten und dunklen Winter konfrontiert sind und sammeln Spenden.

Außerdem bereitet die Bürgerinitiative Info.Saar.Ua mit ins Saarland geflüchteten Musikerinnen in kleines Weihnachtsprogramm vor. Zu hören ist das Ensemble am Samstag, 24. Dezember, von 12.15 Uhr bis 12.30 Uhr in der Ludwigskirche, am selben Tag ab 17 Uhr in der Kirche der Jugend, eli.ja, und am Samstag, 31. Dezember, von 12.15 bis 12.3 Uhr in der Ludwigskirche.

Die Veranstalter bitten ihre Gäste, etwas früher da zu sein. Die Weihnachtslieder sind in die Gottesdienste integriert. Der Eintritt ist frei. Erbeten sind stattdessen Spenden zum Kauf von Geräten für die Wärme- und Stromerzeugung.

Ukrainische Weihnachtsfeier in Burbach

Weiter geht das Programm zur Weihnachtszeit mit einer ukrainisch-orthodoxen Veranstaltung am 6. Januar. Für diesen Tag organisiert die Initiative mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Stadt Saarbrücken eine größere ukrainische Weihnachtsfeier. Sie ist von 16 bis 20 Uhr im Bürgerhaus Burbach. Zum Programm gehören eine auf Deutsch und Ukrainisch moderierte Präsentation der ukrainischen Weihnachtstradition sowie eine Erläuterung, was die Weihnacht für die Ukraine in der Rückschau und in der Gegenwart bedeutet. Als Beispiel ukrainischer Traditionen gibt es den Auftritt der traditionellen Weihnachtskrippentruppe (Wertep) mit ukrainischen Weihnachtsliedern (Koljada). Dazu reichen die Gastgeber die süße Weihnachtsdelikatesse Kutja.

Der Eintritt ist frei.  Spenden sollen die Anschaffung weiterer Strom- und Wärmeerzeugungsgeräte ermöglichen.

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