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In Saarbrücken wurde die erste Lego-Rollstuhlrampe eingeweiht

Hilfe für Rollstuhlfahrer : Bunte Bausteine sorgen für Barrierefreiheit

Kleine Steinchen ganz groß: Am Begegnungsort Welt:Raum am St. Johanner Markt wurde eine Rollstuhlrampe aus Lego eingeweiht.

Eine Rampe aus Legosteinen hilft Rollstuhlfahrern künftig in den Welt:Raum, einen Begegnungsort des Bistums Trier am St. Johanner Markt. Wer dort seinen Kaffee trinken will und im Rollstuhl sitzt, der hatte bislang Probleme mit der Stufe am Eingang. Jetzt ist das anders – dank zweier bunter Keile aus Plastiksteinchen, die dazu bestens geeignet sind.

Der Saarbrücker Stefan Schulz hatte die Idee im Internet aufgegriffen: „Da gibt es eine Frau, die als ,Lego-Oma’ auf sich aufmerksam macht und schon 30 solcher Rampen gebaut hat. Sie versendet auf Wunsch sogar die Anleitung dazu, denn sie will, dass diese Idee Schule macht“, sagt Schulz. Der Name der „Oma“: Rita Ebel. Sie wohnt in Hanau und erdachte die Rampen, um Behinderte zu fördern und zugleich die in vielen Kinderzimmern schlummernden Lego-Berge sinnvoll neu zu nutzen.

„Für einen einzigen Keil braucht man Tausende Steine. Der Keil selbst wiegt dann zwischen acht und zwölf Kilo. Die Steine werden miteinander verklebt und bekommen auf der Unterseite eine Matte. Da sie an der Oberseite Noppen haben, sind sie rutschfest und eignen sich als Hilfe für Rollstuhlfahrer bestens“, sagt Schulz. Rollstuhlfahrer Winfried Hoffmann hat an den Keilen mitgebaut und führte am St. Johanner Markt vor, dass die Lego-Rampe wirklich bestens funktioniert. Mit seinem Elektrorollstuhl fuhr er ohne Schwierigkeiten in den Laden und auch wieder hinaus – für die vielen Handyfoto-Begeisterten sogar mehrmals. Im Welt:Raum werden künftig Legosteine für weitere Rampen gesammelt, die Schulz zu bauen plant.

Bürgermeisterin Barbara Meyer-Gluche kam zur Einweihung der ersten Lego-Rampe und signierte diese vor ihrem Einsatz. Überrascht war sie vom hohen Eigengewicht der Rampenelemente. Andererseits sorgt dieses aber auch für eine sichere Auflage auf dem Boden. Die Lego-Rampen seien so massiv, dass sie auch das hohe Gewicht von Elektrorollstühlen problemlos aushalten, erklärte Schulz.

Ein weiterer Vorteil: Legosteine in unterschiedlichen Bauhöhen machten eine passgenaue Anfertigung möglich – so auch am Welt:Raum, wo die Eingangsstufe etwas schräg ist. Eine Geschäftsidee seien diese Keile zwar nicht. Stundenlang bastele man daran, so Schulz. Aber man befreie Kinderzimmer von altem Spielzeug und gebe dem Kunststoff eine neue sinnvolle Verwendung. Die langlebigen Keile entlasten so auch die Umwelt.