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In Saarbrücken hat eine italienische Patamanufaktur eröffnet.

Genießen in Saarbrücken : Pasta statt Sorgen machen

Die ehemalige Hotel-Restaurant-Mitarbeiterin Tina Bonaffini-Caputo hat in Saarbrücken eine italienische Pasta-Manufaktur eröffnet.

Viele Menschen machen sich gerade ziemlich große Sorgen. Tina Bonaffini-Caputo macht sich Pasta. Und weil sie das gut kann, macht sie das seit zwei Wochen auch für andere. „Dieses Corona-Jahr hat uns viele Chancen und Möglichkeiten genommen, aber auch viele Chancen und Möglichkeiten gegeben“, hat sie schon im Dezember gesagt. Da war sie bereits dabei, die Eröffnung ihrer Pasta-Manufaktur in der Mainzer Straße 107 im Saarbrücker Ostviertel vorzubereiten.

Zuvor hatte die 45 Jahre alte gelernte Reiseverkehrskauf- und Restaurantfachfrau ihren Job in einem Hotel-Restaurant in Bübingen aufgegeben. Der Familienbetrieb leidet wie andere Firmen in der Branche  auch. Tina Bonaffini-Caputo musste in die Kurzarbeit. Es klingt wie ein Klischee, aber Tina Bonaffini-Caputo begriff die Krise als Chance. „Ich persönlich bin dankbar für diese Zwangspause. Denn sie hat mir die Möglichkeit gegeben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und meinen Mut hervorgekitzelt“, sagt sie.

Die Idee war: Aus der privaten Leidenschaft für selbstgemachte Pasta ein Geschäftsmodell machen. Erster Schritt: Markterkundung. „Als die Idee kam, bin ich in den Bio-Markt gegangen und habe mir angeschaut, was es dort gibt. Ich habe Sachen ausprobiert und gemerkt: Das ist nicht das, was mir schmeckt“, erzählt die Jung-Unternehmerin. Schritt zwei:  eine Testphase. Tina Bonaffini-Caputo hat für Freunde Pasta hergestellt. „Die waren begeistert“, sagt sie.

Dann hat sie  alle Ersparnisse zusammengekratzt, einen Bankkredit aufgenommen und Anfang Februar die „Iitalian Delight Pastamanufaktur“ eröffnet. Dass das in so einer Krise ein Problem sein könnte, hat sie nie geglaubt. „Ich bin ein sehr positiver Mensch, der Urvertrauen in die Menschheit hat“, sagt Tina Bonaffini-Caputo. Warum also, fragt sie, sollte der Teil der Menschheit, der in Saarbrücken und dem Umland lebt, nicht bereit sein, handgemachte Pasta zu kaufen? Zumal alle Zutaten in Bio-Qualität sind und möglichst aus der Region kommen, die Linsen zum Beispiel aus dem Bliesgau, andere Produkte vom Wintringer Hof.

Der Wintringer Hof ist für die 45-Jährige ein besonders wichtiger Partner. Mit dem Team dort hat sie die „Saarland-Ravioli“ entwickelt. Italienische Teigtaschen mit Spinat-Ricotta oder einer Steinpilzfüllung kenne inzwischen fast jeder, sagt die Pasta-Frau. Deshalb habe sie zusammen mit dem Team vom Wintringer Hof experimentiert. Das Ergebnis sind Ravioli, die mit einer Mischung aus Leberwurst, Hackfleisch, karamellisierten Äpfeln, Kartoffeln und Sauerkraut gefüllt sind.

Tina Bonaffini-Caputo war sich sicher, dass das mit dem Pasta-Laden funktioniert. Und sie musste nicht wie manch anderer, der ein mit Leidenschaft entwickeltes Konzept ins harte Geschäfstleben wirft, eine Zeit der Unsicherheit durchstehen. Vom ersten Tag an, sagt sie, sei das Interesse groß gewesen. „Ich bin beeindruckt von der Resonanz“, sagt sie. Das bedeutet gerade: Zeit zum Sorgenmachen hat Tina Bonaffini-Caputo gar nicht. Sie macht gerade mehr Pasta, also sie sich hat träumen lassen.